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Alarm im Internet : Jeder zweite Surfer Opfer von Kriminalität

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Die Landespolizei warnt eindringlich vor Online-Rechnungen für Warenkäufe im Internet. Die Mail-Anhänge entpuppen sich beim Öffnen als Schadprogramme, die Computer lahmlegten und vollständigen Datenverlust verursachten.

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erstellt am 04.Feb.2013 | 07:09 Uhr

Schwerin | Alarm im Internet: Die Landespolizei warnt eindringlich vor Online-Rechnungen für Warenkäufe im Internet. Die Mail-Anhänge entpuppen sich beim Öffnen als Schadprogramme, die Computer lahmlegten und vollständigen Datenverlust verursachten. Solche Mails mit tatsächlich in Deutschland ansässigen Onlineshops oder Versandhäusern als Absender werden derzeit insbesondere im Raum Wismar registriert. Computernutzer, die der Aufforderung zur Zahlung eines Geldbetrags nachkamen, mussten feststellen, dass die Computer-Sperrung auch danach nicht aufgehoben wird.

Fast jeder zweite Surfer deutschlandweit ist laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung zum heutigen Safer Internet Day schon einmal Opfer von Internetkriminalität geworden. Am häufigsten hatten Betroffene mit Schadsoftware auf ihrem Rechner zu kämpfen (25,7 Prozent) oder gingen beim Online-Einkauf und bei Internet-Diensten Betrügern auf den Leim (16,8). Vergleichsweise viele Nutzer beklagten auch den unbefugten Zugriff auf ihre persönlichen Daten sowie deren Missbrauch oder Diebstahl (10,9 Prozent). Auch vermeintlich kostenlose Dienstleistungen, für die später doch gezahlt werden muss, sind der Umfrage zufolge ein größeres Problem (10,8).

Keine andere Kriminalitätsart hat in MV solche Zuwachsraten wie der Betrug im Internet. Bundesweit sei die Zahl registrierter Internet-Straftaten im Jahr 2010 gegenüber 2009 um 19 Prozent gestiegen, in Mecklenburg-Vorpommern gar um 37 Prozent. 2011 haben die Ermittler 5304 Straftaten verzeichnet - weitere zehn Prozent Zuwachs. Datendiebstahl, Netzattacken, Viren, Würmer, Skimming, Raubkopien, Phishing oder Kinderpornografie stellten die Ermittler vor große Herausforderungen. Im Sommer reagierte Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU). Mit der Kombination der Schwerpunktstaatsanwaltschaft in Rostock mit der zentralen Ermittlungsstelle beim Generalstaatsanwalt habe das Land in diesem Jahr "bundesweit die weitreichendste Organisation gegen Internetkriminalität" geschaffen. Die Bündelung sei nötig, um "den Vorsprung der Täter zu verringern". Seit Bestehen wurden bereits 1000 Fälle bearbeitet, sagt Martin Fiedler, Abteilungsleiter der Schwerpunktstaatsanwaltschaft.

Es sei ein großer Fortschritt, dass die Straftaten zentral erfasst werden. "Wir können nun Parallelen zu anderen Fällen leichter erkennen und sie zusammenführen. Wenn früher fünf Taten als Einzeltaten bei vier verschiedenen Staatsanwaltschaften anhängig waren, so ist es heute eine", so Fiedler. Dennoch bleibe es ein ständiger Wettlauf mit den Tätern, betont Fiedler.

Eine aktuelle Antivirensoftware und ein gesundes Misstrauen seien immer noch der beste Schutz vor Gaunern aus dem Netz, sagt Michael Schuldt vom Landeskriminalamt. "Die Internetnutzer sollten sich lieber einmal mehr fragen, ob sie die vermeintliche Rechnung erwarten. Selbst bei Anhängen von bekannten Absendern, die einem unklar erscheinen, sollte noch einmal nachgefragt werden", rät Schuldt.

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