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Zivildienstersatz : Jeder zweite Bufdi über 50

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Arbeitslose bessern mit Freiwilligendienst Etat auf

Arbeiten für ein Taschengeld: Der als Zivildienstersatz eingerichtete Bundesfreiwilligendienst wird in MV zunehmend von älteren Arbeitslosen genutzt. Im März waren mehr als 40 Prozent derjenigen, die u. a. in sozialen, ökologischen und kulturellen Projekten ihren Dienst leisteten, älter als 50 Jahre, ermittelte das Bundesamt für Familie und zivilgesetzliche Aufgaben. Nicht einmal mehr jeder vierte Bufdi in MV ist jünger als 27 Jahre. Zum Vergleich: Im Westen liegt der Anteil bei etwa 80 Prozent. Der 2011 eingerichtete Dienst wurde mit Aussetzen der Wehrpflicht als Ersatz für den Zivildienst geschaffen, der Jüngeren vorbehalten war.

Mittlerweile würden sich auch viele Hartz-IV-Empfänger bewerben, nachdem die Förderung bisherigen Arbeitsmarktprojekte gekürzt worden sei, erklärte Jörg Böhm, Vorsitzender des Arbeitslosenverbandes MV. Die Bufdis erhalten für ihre Arbeit ein Taschengeld von bis zu 357 Euro. Mit dem Bundesfreiwilligendienst entsteht Kritikern zufolge ein neuer Niedriglohnsektor. Arbeitslose aber auch soziale Dienste nutzten den Freiwilligendienst, um deutliche Kürzungen in der Arbeitsmarktförderung teilweise auszugleichen, meinte Böhm. Der hohe Anteil älterer Bufdis: Ein klarer Beleg für den hohen Bedarf für einen sozialen Arbeitsmarkt mit dauerhaft finanzierter öffentlicher Beschäftigung, meinte Ingo Schlüter, Landesvize des DGB Nord.

Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) sieht den steigenden Anteil der Älteren im Bundesfreiwilligendienst gelassen: „Wenn immer mehr Leute sich für den Freiwilligendienst entscheiden, die deutlich älter als die Zielgruppe sind, die ursprünglich bei der Einführung des Dienstes im Fokus stand, ist das ein Zeichen dafür, dass der Bundesfreiwilligendienst generationenübergreifend angenommen wird“, ließ sie gestern mitteilen.

Das Interesse der Älteren führt indes dazu, dass die Plätze knapp werden. Um einen drohenden Einstellungsstopp im Frühsommer zu verhindern, will die Bundesregierung zusätzlich eine 20-Millionen-Euro-Finanzspritze bereitstellen.

 

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erstellt am 11.Apr.2014 | 07:34 Uhr

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