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Lese-Rechtschreib- Rechenschwäche : Jeder zehnte Schüler leidet unter Lernschwäche

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Bildungsexpertin der Linken im Landtag, Simone Oldenburg, schlägt Alarm: Bildungsminister Brodkorb widerspricht Linken-Expertin Oldenburg

svz.de von
erstellt am 09.Feb.2015 | 08:00 Uhr

Die Bildungsexpertin der Linken im Landtag, Simone Oldenburg, schlägt Alarm: Immer mehr Kinder im Land leiden an einer Lese-Rechtschreib- (LRS) oder Rechenschwäche (Dyskalkulie). „Mindestens jeder zehnte Schüler hat diese Schwierigkeiten“, hat Oldenburg aus den Antragszahlen auf Anerkennung einer LRS oder Dyskalkulie abgeleitet. Vom Schuljahr 2008/09 bis zum Schuljahr 2012/13 stieg ihren Angaben zufolge allein die Zahl der Schüler mit einer anerkannten LRS von 4782 auf 7018. „Eigentlich ist die Zahl noch höher, weil in der ersten Klasse keine Diagnostik erfolgt“, betont die Bildungsexpertin.

Bedenklich sei, dass parallel die Förderstunden für diese Kinder immer weiter zurückgingen. So seien zum Schuljahr 2013/14 erstmals für die Klassenstufen 7 bis 9 gar keine Förderstunden mehr zugewiesen worden. Für alle jüngeren Schüler im Land zusammen stünden im aktuellen Schuljahr gerade 371 Förderstunden pro Woche zur Verfügung, davon 341 für LRS – „ein Tropfen auf den heißen Stein“, so Oldenburg. Dabei sei Förderung für alle Schüler gleich wichtig – „es wird für sie von Jahr zu Jahr schwieriger, besonders, wenn der Fachunterricht dazu kommt“, so Oldenburg. Deshalb müssten sie Techniken lernen die es ihnen erleichterten, mit ihrer Schwäche zu leben. Und: „Sie brauchen begleitende Förderung.“

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) indes verweist darauf , dass alle Schulen bereits in der Grundzuweisung von (Lehrer-)Stunden Spielraum für Förderung haben. „Sofern eine Schule nicht in der Lage ist, mit denen ihr zugewiesenen Stunden die Schüler zu fördern, und dies auch bei der Schulbehörde nachweist, können auch für die Schüler ab Klasse 7 zusätzliche Förderstunden beantragt werden“, betont der Minister.

Insgesamt sei entscheidend, wie viele Förderstunden für sonderpädagogischen und besonderen pädagogischen Förderbedarf den Schulen zugewiesen wurden. Im Schuljahr 2014/15 wurden 8936 Unterrichtsstunden zugewiesen, im Jahr zuvor waren es 7427 – „eine Steigerung von über 20 Prozent“, betont Brodkorb. Hinzu kämen 60 neue Stellen für sonderpädagogische Aufgabenstellungen, die aus dem 50 Millionen-Euro-Paket der Landesregierung bezahlt würden. Dies entspricht wöchentlich zusätzlichen 1800 Zeitstunden. „So viele Förderstunden wie heute standen noch nie zur Verfügung“, resümiert der Minister.

 

 

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