zur Navigation springen

Gesundheit : Jeder Vierte in MV riskiert Zahnlücken

vom
Aus der Onlineredaktion

Besorgniserregende Fallzahlen bei Parodontitis. Fehlende Therapie-Treue beklagt.

svz.de von
erstellt am 31.Aug.2017 | 06:00 Uhr

Jeder vierte Mecklenburger und Vorpommer läuft Gefahr, seine Zähne zu verlieren – selbst wenn diese gesund sind. Grund ist die weit verbreitete Parodontitis, umgangssprachlich oft auch Parodontose genannt – eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparates. Wie die Barmer in ihrem aktuellen Zahnreport feststellt, sind 24 Prozent ihrer Versicherten daran erkrankt. Noch besorgniserregender aber ist diese Zahl: Nur bei 1,7 Prozent von ihnen wird die Parodontitis auch behandelt.

Wie aus der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie hervorgeht, ist bundesweit mehr als die Hälfte der Erwachsenen mittleren Alters, das sind mindestens fünf Millionen Frauen und Männer, von Parodontitis betroffen, vielfach ohne es zu wissen. Unter den Senioren leiden sogar nahezu zwei Drittel darunter. Die Erkrankung zerstört in einem schubweise verlaufenden Prozess Gewebe und Knochen, die für den Halt der Zähne verantwortlich sind. Ursache dafür sind Beläge auf den Zähnen und in den Zahnzwischenräumen, die zuerst zu einer Entzündung des Zahnfleisches führen, die sich, wenn sie unbehandelt bleibt, später auf den gesamten Zahnhalteapparat ausdehnt.

Der Präsident der Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, Prof. Dietmar Oesterreich, appelliert deshalb, regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolluntersuchung zu gehen: „Wer das nicht tut, erhöht deutlich sein Risiko, im Zusammenhang mit einer Parodontitis Zähne zu verlieren.“

Barmer Landesgeschäftsführer Henning Kutzbach mahnt zugleich, Therapie-Empfehlungen des Zahnarztes unbedingt auch umzusetzen. Nach den Daten der Kasse scheint das vielfach nicht zu passieren: Von denjenigen ihrer Versicherten, die eine Parodontitis behandeln lassen, verliert dennoch im Anschluss jeder Dritte innerhalb von vier Jahren Zähne. Möglicherweise, so Kutzbach, liegt das auch daran, dass der Behandlungsbeginn zu weit hinausgezögert wird. Das sei vor allem bei Diabetikern fatal: „Zahnentfernungen nach einer Parodontitis-Therapie erfolgen bei Diabetikern deutlich häufiger. Bei jungen Diabetikern ist das Risiko mehr als doppelt so hoch wie bei gleichaltrigen Nicht-Diabetikern.“ Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen Kutzbach zufolge halbjährlich eine Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt. Jährlich werden die Kosten für die Entfernung von Zahnstein und belegen und alle zwei Jahren für eine erweiterte Parodontitis-Untersuchung übernommen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen