Medizinische Versorgung : Jeder vierte Hausarzt in MV ist über 60 Jahre alt

Auf dem Lande sind kaum Nachfolger für die Praxen zu finden / Ministerin Hesse: Potenziale einzelner Regionen sollen erfasst werden

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14. November 2014, 07:52 Uhr

Die Linksfraktion im Landtag sorgt sich um die hausärztliche Versorgung in MV. Das Land solle bis Juni 2015 einen Strategieplan vorlegen, wie weiterhin alle Menschen einen Hausarzt in erreichbarer Nähe haben können, forderte die Abgeordnete Karen Stramm gestern im Schweriner Landtag. Nach ihren Worten sind Hausärzte im Land im Durchschnitt 54 Jahre alt, ein Viertel sei schon über 60 Jahre. Das wäre nicht schlimm, wenn die Mediziner Nachfolger für ihre Praxen finden würden, meinte sie. In den vergangenen zehn Jahren hätten jedoch 160 Hausarztpraxen im Land mangels eines Nachfolgers endgültig geschlossen. In den nächsten fünf Jahren gingen weitere 200 Hausärzte in den Ruhestand. Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) sagte, die Situation sei in den Regionen sehr unterschiedlich, auch gebe es ein Gefälle zwischen Stadt und Land. Mit Krankenkassen, Kassenärztlicher Vereinigung, Ärztekammern und Krankenhausgesellschaft sei vereinbart, die Potenziale einzelner Regionen zu erfassen.

Begonnen werde mit dem Landkreis Vorpommern-Greifswald. Jede Region brauche eigene Lösungen, um die medizinische Versorgung zu verbessern. Zunächst müssten mehr Allgemeinmediziner ausgebildet werden. Dazu seien zwei Lehrstühle Allgemeinmedizin sowie neue Weiterbildungsmöglichkeiten eingerichtet worden.

Als ersten Erfolg wertete Hesse, dass derzeit rund 100 junge Mediziner im Land in der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner seien. Zwischen  2000 und 2012 seien es stets nur 40 bis 65 gewesen. Die fertigen Allgemeinmediziner dürfe man nicht ziehen lassen. Es müssten attraktive Bedingungen geschaffen werden, damit Ärzte sich auf dem Lande niederlassen. Es gehe nicht nur um Geld, sondern auch um Kinderbetreuung, Schule, Kultur. Dabei sehe sie Landkreise und Kommunen in der Pflicht. 

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