Mecklenburg-Vorpommern : Jeder Vierte arbeitet für Billiglohn

In kaum einem anderen Bundesland sind Billiglöhne so verbreitet wie in MV. Fast jeder vierte Arbeitnehmer im Nordosten verdiente 2010 weniger als 8,50 Euro je Stunde, teilte das Statistische Amt gestern mit.

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26. Juli 2012, 07:16 Uhr

Schwerin | In kaum einem anderen Bundesland sind Billiglöhne so verbreitet wie in Mecklenburg-Vorpommern. Fast jeder vierte Arbeitnehmer im Nordosten verdiente 2010 weniger als 8,50 Euro je Stunde, teilte das Statistische Amt in Schwerin gestern unter Berufung auf eine bundesweite Erhebung mit. Der Anteil von Geringverdienern war mit 23 Prozent mehr als doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt, der 11 Prozent betrug. Nur Thüringen lag mit 24 Prozent noch höher. Mehr als die Hälfte der Geringverdiener in MV hatten Vollzeitstellen, ein Viertel waren Teilzeitbeschäftigte, ein Fünftel Minijobber. Dabei hatten drei von vier Beschäftigten, deren Stundenlöhne unter 8,50 Euro lagen, eine abgeschlossene Berufsausbildung. Knapp zwei Drittel sind mit unbefristeten Arbeitsverträgen angestellt. Frauen waren mit 60 Prozent häufiger von Billiglöhnen betroffen als Männer.

Niedrige Löhne wurden laut Statistik vor allem bei wirtschaftsnahen Dienstleistern, im verarbeitenden Gewerbe, im Gastgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen gezahlt. 73 Prozent der Beschäftigten hatten einen nicht tarifgebundenen Arbeitgeber.

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