Kriminalität MV : Jeder sechste Polizist Opfer von Gewalt

Foto:

Angriffe gegen Polizeibeamte in MV im vergangenen Jahr auf Rekordniveau

von
22. April 2017, 05:00 Uhr

Noch nie war die Gewalt gegen Polizeibeamte in Mecklenburg-Vorpommern so groß. 668 tätliche Angriffe auf Polizisten registrierte das Innenministerium im vergangenen Jahr im Land. Das waren 20 Prozent mehr Fälle als noch 2015. Opfer dieser Attacken wurden im vergangenen Jahr 199 Polizistinnen und 1095 Polizisten, wie aus der Antwort des Innenministeriums auf eine kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Schweriner Landtag hervorgeht. Auf die insgesamt 6000 Beamten landesweit hochgerechnet wurde allein in dem einen Jahr 2016 jeder sechste Polizist mit Gewalt gegen seine Person konfrontiert.

„Angriffe auf Polizisten spiegeln eine zunehmende Respektlosigkeit in der Gesellschaft wider. Polizeibeamte werden zu Prügelknaben der Nation gemacht“, sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Wer etwa bei Demonstrationen oder am Rande von Fußballspielen gewalttätig werde, müsse spüren, dass sich der Staat das nicht bieten lasse.

Die Brutalität geht auch in diesem Jahr weiter. So griff im Februar in Wolgast bei einer Verkehrskontrolle ein betrunkener Autofahrer eine 23-jährige Polizistin unvermittelt an und schlug anschließend einen 44-jährigen Beamten nieder, der seiner Kollegin helfen wollte. Das Opfer stürzte mit dem Kopf auf einen Pflasterstein und musste ins Krankenhaus.

„Gewalt gegen Polizisten wird von Teilen der Bevölkerung immer mehr als legitimes Protestmittel gegen den deutschen Rechtsstaat missverstanden“, erklärte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Christian Schumacher. Er begrüßt Pläne der Landesregierung zur Ausstattung der Polizei mit Bodycams – das sind am Körper getragene Klein-Kameras. „Schließlich wird durch die Bodycam die Möglichkeit geschaffen, gefährliche Einsatzsituationen beweissicher zu dokumentieren“, sagte Schumacher. Damit könnten diese Kameras abschreckend auf potentielle Angreifer wirken.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen