Jeder Schüler ist dem Kreis wichtig

Auszeit genommen  – die Abgeordneten diskutierten über die  Schuleinzugsbereiche. Foto: Brunhilde Schmidt
Auszeit genommen – die Abgeordneten diskutierten über die Schuleinzugsbereiche. Foto: Brunhilde Schmidt

Kreisgebietsreform, der Haushaltsplan 2009 und die Festlegung der Schuleinzugsbereiche im Landkreis Ludwigslust waren dominierende Themen auf der Kreistagssitzung am Donnerstagabend.

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12. Dezember 2008, 08:21 Uhr

Ludwigslust | Dass möglichst alle Kinder die Schulen im Landkreis besuchen und nicht "auswandern", war im Prinzip allen anwesenden 36 Abgeordneten wichtig. Nur der Weg dahin, der löste dann doch eine Debatte an dem - sonst relativ ruhig verlaufenden - Abend aus. Ausgangspunkt war die Abstimmung zur Satzung für die Festlegung von Schuleinzugsbereichen für allgemein bildende Schulen in öffentlicher Trägerschaft.

Um in den kommenden Jahren gefährdete Schulstandorte wie zum Beispiel die Grundschule Gammelin zu erhalten, wurden Veränderungen im Schuleinzugsbereich nötig. Für die Gemeinde Warsow und den Ortsteil Viez bedeutet es zum Beispiel, dass für die Erziehungsberechtigten der Schulkinder eine Wahlfreiheit gelten soll. So können die Kinder der Gemeinde Warsow entweder in Pampow oder in Gammelin eingeschult werden, die Kinder aus dem Ortsteil Viez entweder in Hagenow oder in Gammelin. Das würde dann aber wieder bedeuten, dass den Hagenowern die Schulkinder aus ihrem Ortsteil Viez fehlen, wie Bürgermeisterin Gisela Schwarz (SPD) kritisierte: "Ich bin dafür, dass das Land sich konsequenter für den Erhalt der kleineren Schulen im ländlichen Raum einsetzt und in dem Zusammenhang auch wieder kleinere Klassen mit genügend Lehren zulässt."

Mach: "Wir haben keine Zeit mehr"
Kritik an den festgeschriebenen Einzugsbereichen übte auch Hans Jürgen Zimmermann (Bündnis90/Die Grünen), der auch eine freie Schulwahl für die Kinder der Ludwigsluster Ortsteile Glaisin und Kummer forderte, da die Kinder weite Wege auf sich nehmen müssen. Der von ihm gestellte Antrag wurde von den Abgeordneten abgelehnt.

Da die endgültige Entscheidung des Amtes Stralendorf für eine Kooperative Gesamtschule (Verbundene Regional Schule und Gymnasium) einschließlich der unselbstständigen Außenstelle in Pampow noch nicht getroffen ist, kam der Ruf aus der CDU-Fraktion nach Vertagung bzw. dann von Günter Rogin (Die Linke) nach einer Auszeit, in der die Fraktionen heftig diskutierten.

Die nachhaltigen Worte des stellvertretenden Landrates Reinhard Mach: "Wir haben keine Zeit mehr. Bis Ende Februar müssen die Anmeldungen in den entsprechenden Schulen erfolgt sein", zeigten dann auch Wirkung. Und die Mahnung wurde vom Landrat Rolf Chris tiansen (SPD) untermauert, in dem er den Abgeordneten verdeutlichte, dass es bei der Abstimmung nicht um die Trägerschaft und nicht um die Schulstandorte gehe, es stehe die Entscheidung für die Schuleinzugsbereiche an. "Die Eltern müssen jetzt Sicherheiten haben. Wir müssen ein Signal setzen. Ansonsten entscheiden sich die Eltern statt für Stralendorf für Schulen in Schwerin", so Rolf Christiansen. "Unser Ziel ist es, so viele Schulen wie möglich im Landkreis zu erhalten und das hängt auch von den Entscheidungen der Eltern ab. Wir können heute den Grundstein dafür legen, dass mit der Festlegung der Einzugsbereiche den Eltern eine Sicherheit gegeben wird."

"Täglich", so Peter Lischtschenko (SPD) vom Amt Stralendorf, " kommen Eltern zu uns ins Amt und fragen. Wenn es vor Weihnachten keine Entscheidung gibt, wird die Verunsicherung immer größer. Die Kinder laufen uns weg. Dann können und brauchen wir auch nicht mehr über die Trägerschaft der Schule zu reden. Am Montag beschäftigt sich der Amtsausschuss auch mit diesem Thema."

Die Satzung wurde mit drei Enthaltungen und vier Nein-Stimmen angenommen. Der Landkreis wird somit in dieser Schulart (Gesamtschule) in zwei Einzugsbereiche entsprechend der Beförderungsmöglichkeiten aufgeteilt, nach Dömitz und nach Stralendorf. Die Eltern können sich aber auch für eine Regionale Schule oder ein Gymnasium im Kreis entscheiden.

Zugestimmt wurde auch der Feststellung der Jahresrechnung 2007, der Haushaltssatzung und dem Haushaltsplan 2009, der Bestimmung der Anzahl und der Abgrenzung der Wahlbereiche für die Kommunalwahl 2009.

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