Jeder fünfte Schiffbauer findet neuen Job

Neuer Bewerber für Volkswerft / Arbeitslosigkeit in MV gestiegen

svz.de von
02. Dezember 2013, 10:33 Uhr

Neuanfang nach dem Zusammenbruch: Jeder Fünfte der Ende Oktober in die Arbeitslosigkeit entlassenen 1000 Werftarbeiter der insolventen Volkswerft Stralsund hat in vier Wochen wieder einen neuen Job gefunden – insgesamt mehr als 200. Etwa zwei Drittel hätten in anderen Unternehmen der Region, die anderen in Rostock und Hamburg neue Arbeit gefunden, teilte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Landesarbeitsagentur gestern in Kiel mit: „Ich hatte Schlimmeres erwartet. Da geht noch mehr.“ Einige seien in die Selbstständigkeit gegangen. Es gebe gute Vermittlungschancen für die Werftarbeiter. Weitere 240 Beschäftigte seien vorrübergehend in die Stralsunder Schiffbaugesellschaft (SSG) gewechselt, die im Auftrag der Insolvenzverwaltung noch zwei Transportschiffe für die dänische Reederei DFDS baut. Der Wechsel zu ihren Arbeitgebern kam den Werftarbeitern teuer zu stehen: Sie mussten teilweise Lohneinbußen von bis zu 20 Prozent hinnehmen. In den nächsten Monaten ist indes mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit in Vorpommern zu rechnen: Derzeit sind etwa 400 Werftarbeiter noch in der Stralsunder Schiffbaugesellschaft beschäftigt, die allerdings spätestens im April das letzte der beiden Transportschiffe fertigstellen will.

Wie in Vorpommern ist landesweit im November die Arbeitslosigkeit gestiegen: Ende des Monats wurden 300 Frauen und Männer mehr ohne Job als noch vor einem Jahr, 5700 mehr als im Vormonat, teilte Agenturchefin Haupt-Koopmann mit. Vor allem in den Tourismusregionen sei mit dem Ende der Saison die Zahl der im Vergleich zum Vormonat überdurchschnittlich gestiegen, etwa in Vorpommern-Rügen um 19,2 Prozent.

Indes keimt für die insolvente Volkswerft wieder Hoffnung: Gestern hat nach eigenen Angaben auch die Hamburger New Global Wind GmbH ein Angebot zur Übernahme der Werft abgegeben, teilte das Unternehmen mit. Der Schiffbaubetrieb solle bei der Entwicklung des Innovationsparks Stralsund einbezogen werden. Wie viele Beschäftigte New Global Wind übernehmen werde, ließ das Unternehmen offen. Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann konnte das Angebot am Nachmittag noch nicht bestätigen. Ein Sprecher erklärte nur, dass es mehrere Bewerber aus dem In- und Ausland für die Volkswerft gebe – u. a. die Nordic-Werften Wismar und Warnemünde des russischen Eigners Witali Jussufow. Der hatte angekündigt, den Betrieb der Werft ab Herbst 2014 mit 250 Beschäftigten wieder aufnehmen zu wollen.

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