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Mehr Geld : Jeder Fünfte in MV profitiert vom Mindestlohn

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vor allem im Gastgewerbe bekommen Mitarbeiter ab 2015 mehr Geld

von
erstellt am 02.Aug.2014 | 08:45 Uhr

Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro im kommenden Jahr könnte für jeden fünften Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern mehr Geld in der Lohntüte bedeuten. Im Gastgewerbe können sich sogar mehr als die Hälfte der Mitarbeiter auf höhere Löhne freuen.

Von allen 360 000 sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten im Land verdienen etwa 72 000 weniger als 1500 Euro brutto im Monat, was etwa einem Stundenlohn von 8,50 Euro entspricht. Das geht aus der Antwort des Schweriner Sozialministeriums auf die Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Henning Foerster (Linke) hervor. Nicht erfasst sind in dieser Statistik niedrigbezahlte Teilzeitbeschäftigte, die ebenfalls Vorteile aus der Mindeslohn-Regelung ziehen.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion im Schweriner Landtag, Helmut Holter, sieht sich bestätigt: „Die Antwort des Sozialministeriums zeigt, dass der Mindestlohn für ein Billiglohnland wie Mecklenburg-Vorpommern genau richtig ist.“

Unterschiede gibt es im Nordosten zwischen den einzelnen Wirtschaftsbranchen. Besonders im Gastgewerbe wird häufig weniger als 8,50 Euro gezahlt. Von den 19 000 Vollzeitbeschäftigten in der Hotel- und Gaststättenbranche bekommen derzeit 12 000 ein Bruttomonatsgehalt von weniger als 1500 Euro. Im Bank- und Versicherungsgewerbe fällt dagegen nur jeder 14. Vollbeschäftigte unter die 1500-Euro-Grenze.

Bundesweit profitieren 3,7 Millionen von etwa 22 Millionen Vollzeitbeschäftigten – und damit jeder Sechste – vom Mindestlohn.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden 2013 die niedrigsten Bruttolöhne im gesamten Bundesgebiet gezahlt. Arbeitnehmer bekamen im Schnitt 24 604 Euro, 79,3 Prozent der Summe in ganz Deutschland. 2012 waren es noch 80,2 Prozent vom Bundesdurchschnitt

Nach Ansicht von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) braucht der Nordosten dringend höhere Löhne: „Unser Land wird im Wettbewerb um Fachkräfte nur mithalten können, wenn die Arbeitnehmer bei uns gute Arbeitsbedingungen und auch faire Löhne erhalten.“

 

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