Berufsbildungsbericht : Jeder 3. Azubi bricht Lehre ab

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MV ist nach Berlin bundesweit das Schlusslicht. Gründe liegen im zu großen Angebot

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02. August 2016, 05:00 Uhr

Jeder dritte Auszubildende in MV bricht seine Lehre ab oder wechselt in eine anderen Ausbildungsberuf. Das geht aus dem aktuellen Berufsbildungsbericht des statistischen Bundesamtes hervor, das Zahlen von 2015 veröffentlicht hat. MV nimmt mit einer Abbrecherquote von 33,8 Prozent nach Berlin bundesweit den vorletzten Rang ein, während Baden-Württemberg und Bayern vorne liegen. Aber auch dort beendet jeder fünfte Lehrling seine zuerst gewählte Ausbildung nicht.

Für Ulrike Berger, Bildungspolitikerin der Grünen im Landtag, zeigen die MV-Zahlen, dass die berufliche Bildung im Land in der Krise stecke. „Im letzten Jahr wurden bei uns nur noch 7767 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen – der niedrigste Wert in der Geschichte des Landes. Wenn nun noch jeder dritte Vertrag vorzeitig aufgelöst wird, ist das ein echtes Problem für unsere Wirtschaft“, sagt sie und fordert eine bessere Personalausstattung an den Berufsschulen. Gerüstbau-Unternehmer Gerd Güll aus Schwerin, warf kürzlich der Landesregierung vor, dass sie bei den Berufsschulen „völlig versagt“ habe. Berger behauptet sogar, dass die Abbrecherquote ein neuer Höchstwert sei.

Darüber entspann sich gestern ein Streit. Der Sprecher im Bildungsministerium, Henning Lipski, verwies darauf, dass es seit 2011 solche Werte gibt, worauf Unternehmerverbände, Kammer und Regierung eine Studie in Auftrag gaben. Das Resultat: Da es viel mehr Lehrstellen als Azubis gibt, wechseln diese oft in attraktivere Berufe. Große Abbrecherzahlen in Hotels und Gaststätten könnten nur mit einer höheren Azubi-Entlohnung verhindert werden.

Das Wirtschaftsministerium verweist auf das Programm zur Berufsorientierung, für das man bis 2021 mit den Arbeitsämtern 14 Millionen Euro ausgebe, damit Schüler einzelne Berufe rechtzeitig kennenlernen können.

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