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Mecklenburg-Vorpommern

20. September 2017 | 20:20 Uhr

Boom in MV : Jeden Monat 1100 neue Betriebe

vom

Immer mehr Angestellte in MV kehren ihren Chefs den Rücken und gründen ihre eigene Firma. In Krisenzeiten haben sich oft Arbeitslose aus der Not heraus für den Weg in die Selbstständigkeit entschlossen.

svz.de von
erstellt am 15.Nov.2011 | 09:00 Uhr

Schwerin/Rostock | Mut zur Selbstständigkeit: Immer mehr Angestellte in MV kehren ihren Chefs den Rücken und gründen ihre eigene Firma. In Krisenzeiten hätten sich oft Arbeitslose aus der Not heraus für den Weg in die Selbstständigkeit entschlossen, erklärte Klaus Uwe Scheifler, Bereichsleiter der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwerin. Jetzt seien es häufig Angestellte, die auf eigene Rechnung arbeiten wollten. Auch Pendler kehrten zurück und gründeten Firmen.

8829 Betriebe sind in den ersten acht Monaten in MV angemeldet worden, teilte das Statistische Amt gestern mit - häufig im Handel, auf dem Bau oder bei Dienstleistern. 2010 waren die meisten Gründer in Rostock, Schwerin und Bad Doberan gezählt worden, die wenigsten in Wismar, Uecker-Randow, Stralsund. Inzwischen bahne sich eine neue Gründerwelle an. Ende der 90er-Jahren hätten sich viele mit einem Hausmeisterdienst selbstständig gemacht. Dann kamen Internetshops und Nagelstudios. Jetzt gehe der Trend zu Montagediensten für Solaranlagen, sagte Fred Schneider von der IHK Rostock. Indes erweise sich die Lage der Ein-Mann-Firmen stabiler als erwartet, schätzt Scheifler. Im Durchschnitt stellten sie nach zwei Jahren ihre ersten Mitarbeiter ein.

Die Zahl der Gewerbeanmeldungen sei in MV in den ersten acht Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar um 3,7 Prozent zurückgegangen, so das Statistische Amt. Angesichts der guten Konjunktur- und Arbeitsmarktlage hielten die Leute eher an ihren festen Jobs in den Betrieben fest als dass sie sich selbstständig machten, erklärte Schneider. "Aber der Gründerwille ist ungebrochen", meinte Scheifler. "Der Beratungs- und der Qualifizierungsbedarf der Gründer wächst", sagte Eckhard Behr von der IHK Neubrandenburg, anlässlich der Gründerwoche, in der in deutschlandweit 1300 Veranstaltungen für den Unternehmerjob geworben werden soll.

Die Voraussetzungen sind gut: In den wenigsten Fällen scheiterten Existenzgründungen am Geld scheitern, sagte Scheifler. Es gebe eine breite Palette von Finanzhilfen - Bildungschecks, Zuschüsse der Arbeitsagenturen und Mikrodarlehen des Landes in Höhe von bis zu 20 000 Euro. Seit 2004 hat das Land inzwischen fast 1200 Minikredite ausgereicht - insgesamt 10,4 Millionen Euro, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Allerdings: Zwar rangiert der Nordosten mit einer Selbstständigenquote von 10,3 Prozent im Ländervergleich im Mittelfeld. Dennoch fehlen MV Schätzungen zufolge mehr als 15 000 Firmen.

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