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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 11:46 Uhr

Motorräder : Japaner bei Frauen hoch im Kurs

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Elke Boye aus Stove liebt das Motorradfahren / 182 000 Kraftfahrer in MV haben Motorradführerschein – davon sind 17600 Frauen

svz.de von
erstellt am 07.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Motorradfahrende Frauen lieben Japaner. Suzuki, Yamaha und Honda stehen als Marke hoch im Kurs, wenn sie sich ein motorisiertes Zweirad zulegen. Und das über Jahre. Denn Frauen sind treu, wenn es um die Motorradmarke geht. Das jedenfalls sagt eine bundesweite Statistik. Kaum jemand fährt einmal ein Fabrikat einer anderen Marke, wenn er einmal drauf gesessen hat.

Elke Boye weiß genau, wovon sie redet, wenn sie über ihre Motorräder spricht. Die Frau aus Stove bei Rehna kann sich ein Leben ohne die Zweiräder gar nicht vorstellen. Schon als Jugendliche nutzte die heute 55-Jährige verschiedene Zweiräder, um zur Arbeit zu kommen. „Erst war es ein Habicht, dann eine Schwalbe. Autos waren zu teuer zu DDR-Zeiten“, erzählt Elke Boye.

Auch ein schwerer Unfall ließ die Motorradleidenschaft nicht vergehen, wenn sie auch einige Jahre pausierte. „Mein Mann fuhr früher eine AWO. Die war mir zwar zu schwer, aber so blieb das Motorradfahren immer in Erinnerung“, sagt die Stoverin, die das Motorrad und ihre Mopeds eher als Gebrauchsgegenstand sieht.

Nicht viel anders sieht auch die Gägelowerin Britta Tegler, eine von 17 600 Motorrad fahrenden Frauen in Mecklenburg-Vorpommern. Sie fuhr lange nur als Sozius auf der Maschine von Mann Jörg mit. Zum 40. Geburtstag machte sie allerdings ihren eigenen Führerschein. „Ich wollte einfach selbst fahren. Mein Mann hat mich mit dieser Leidenschaft angesteckt“, sagt die 51-Jährige. Seitdem nutzt sie eine Yamaha zu Kurzreisen. Erst waren es 535 Kubikzentimeter Hubraum, seit zwei Jahren sogar 1800. Allerdings auf einer Suzuki Intruder. Britta Tegler blieb der ersten Marke zwar nicht treu, doch der Spaß wuchs mit der neuen Maschine. Auch sie nutzt die Maschine oft, um so oft wie möglich zur Arbeit nach Gallentin zu kommen. „Manchmal fahre ich dann nach der Arbeit extra um den Schweriner See, um etwas runterzukommen“, erzählt sie.

Auch die Stoverin Elke Boye nutzt ihre Yamaha-Chopper, um kleinere Termine wahrzunehmen. Erst 2002 stieg sie wieder regelmäßig auf das Motorrad. „Wir wollen kein zweites Auto. Und so nehme ich Arzt- oder andere Termine auch schon mal mit dem Motorrad wahr“, erzählt die 55-Jährige.

In Nordwestmecklenburg wächst die Zahl der Motorradfahrer jährlich. Im Vergleich zum Vorjahr haben 249 Männer und Frauen mehr Mopeds und Motorräder angemeldet. Frauen sind zwar mit einem Anteil von 12,9 Prozent der 6959 angemeldeten Zwei- und Dreiräder noch klar in der Minderheit, holen aber Jahr für Jahr auf.

Vor allem Maschinen mit 805 Millimeter Sitzhöhe sind beliebt. „Da kann ich ein Lied von singen. Ich kann ein Bein nach dem Unfall auch nicht mehr richtig durchdrücken. Deshalb ist die niedrigere Sitzhöhe optimal“, sagt Elke Boye und sieht keinen Grund, ihr Hobby so schnell an den Nagel zu hängen. Jeder zehnte Biker in MV ist damit eine Frau.



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