Plan von Till Backhaus : Jagd auf Elstern und Krähen

Eine Rabenkrähe
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Eine Rabenkrähe

Umweltschützer kündigen erbitterten Widerstand an

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03. April 2017, 21:00 Uhr

Der Plan von Umweltminister Till Backhaus (SPD), weitere Tierarten in MV zur Jagd freizugeben, stößt bei Naturschützern auf heftige Kritik. Dem Minister zufolge sollen Nebel- und Rabenkrähe, Elster, Nilgans und Nutria ins Jagdrecht aufgenommen werden. Sprecher der Umweltverbände Nabu und BUND kündigten gestern Widerstand an.

Am Rückgang der Singvögel in der offenen Landschaft seien nicht Nesträuber wie Krähen und Elstern schuld, sagte die Landesgeschäftsführerin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Corinna Cwielag. Schuld sei vielmehr der Rückgang an Nahrung und Nistmöglichkeiten durch den massiven Einsatz von Agrarchemikalien und die Beseitigung von Hecken. Der Landesvorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu), Stefan Schwill, verwies auf Studien und die jährlichen Vogelzählungen des Nabu mithilfe von Tausenden Bürgern bundesweit. „Wir wissen seit Jahren, dass Rabenvögel keinen populationswirksamen Einfluss auf andere Singvögel haben“, sagte er. „Wir stellen fest, dass in den Ortslagen immer mehr Rabenvögel gezählt werden, die Singvogelpopulation dort aber stabil bleibt.“ In der freien Landschaft hingegen seien beide Bestände rückläufig. „Es ist der Mangel an Futter und Brutplätzen“, sagte Schwill. Bei der Elster sei eine deutliche Verschiebung der Population aus freier Landschaft in die Siedlungen zu beobachten, weil die Lebensbedingungen besser seien.

Backhaus hatte am Wochenende angekündigt, weitere Tierarten dem Jagdrecht unterstellen und ihnen eine Jagd- und Schonzeit geben zu wollen. Gründe seien der Wild- und Artenschutz, die Landeskultur, die Verhinderung von Wildschäden und der Gewässerschutz. Das Rechtsetzungsverfahren werde in Kürze mit der Verbandsanhörung eröffnet.

Schwill nannte den Plan von Backhaus „absolut skandalös“. Eigentlich müssten eine Reihe von Arten von der Jagd-Liste gestrichen werden, weil sie so selten geworden seien. Dazu zählten Hermelin, Waldschnepfe und Mauswiesel.

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