Prozess in Waren : Jäger gesteht Todesschuss auf Hund – Prozess vertagt

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Der Hund habe mit einem anderen Tier gemeinsam gewildert und deshalb habe er geschossen

svz.de von
16. März 2016, 21:00 Uhr

Im Prozess gegen einen Jäger, der einen streunenden Hund erschossen haben soll, hat der Angeklagte am Amtsgericht Waren ein Geständnis abgelegt. Der Hund habe mit einem anderen Tier gemeinsam gewildert und deshalb habe er damals geschossen, sagte der 60-Jährige heute in Waren. Der Hund habe Reste eines toten Rehs im Maul gehabt.

Der Waidmann soll laut Staatsanwaltschaft das Tier aber ohne vernünftigen Grund erschossen haben. Da noch weitere Zeugen gehört werden sollen, wurde der Prozess auf den 30. März vertagt.

Der Vorfall hatte sich am Abend des 21. Juni 2015 auf einem Maisfeld etwa 500 Meter entfernt von einem Urlauberhof bei Alt Schloen (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) ereignet. Der Germanische Bärenhund gehörte zum Hof. Der Besitzer zeigte den Jäger später an, dem nun Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen wird.

Nach seiner Darstellung war er mit einem anderen Jäger an dem Abend auf Pirsch. Beide saßen auf zwei weit voneinander entfernten Hochständen und beobachteten, wie erst Hasen aufgescheucht wurden. Dann seien zwei Hunde durch die etwa 20 Zentimeter hohen Maispflanzen gelaufen. „Im Mai und Juni setzen die Rehe ihre Kitze, da sind zwei wildernde Hunde eine große Gefahr“, erklärte der Angeklagte.

Richter Manfred Thiemontz hatte nach dem Geständnis des Jägers eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Entschädigung und einer Spende für einen Naturschutzverband angeboten. Das lehnte Verteidiger Markus Astfalck aber ab. „Der Hund hätte dort nichts zu suchen gehabt“, sagte der Anwalt.

Der 44-jährige Hundebesitzer zeigte sich als Zeuge empört über den Abschuss und bezweifelte, dass sein Hund gewildert habe. Der Zeuge musste aber auch einräumen, dass sein abgelegener Hof nicht eingezäunt sei und die Hunde immer mal wieder wegliefen.

In der Verhandlung soll auch noch geklärt werden, ob die beiden „Jagdausübungsberechtigten“ einen wildernden Hund abschießen durften.

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