SPD stimmt für Koalitionsgespräche : Ja zu GroKo-Verhandlungen: So reagieren SPD-Politiker aus MV

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SPD geht widerwillig in Koalitionsverhandlungen

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21. Januar 2018, 20:45 Uhr

Es ging knapp aus. Am Ende eines denkwürdigen Tages in Bonn stimmte gestern eine magere Mehrheit von SPD-Genossen für Koalitionsverhandlungen mit der Union. 362 von 642 Delegierten sagten Ja. 56 Prozent – eine dürftige Mehrheit. Wir haben SPD-Mitglieder aus MV zum Ausgang der Abstimmung befragt.

Sonja Steffen, MV-Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl, freut sich auf die Verhandlungen: „Jetzt ist die Verhandlungsgruppe dran, das Beste heraus zu holen. Vor allem bei der Flüchtlingspolitik hätte ich mir ein anderes Ergebnis gewünscht.“

Jochen Schulte, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion aus Rostock, hält das Votum für eine richtige Entscheidung. Jetzt müssten aber die Vereinbarungen aus den Sondierungsgesprächen nachgeschärft werden. „Wenn es gelingt, mit einem vernünftigen Ergebnis aus den Verhandlungen zu kommen, wird auch Martin Schulz gestärkt.“

Der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, Rolf Christiansen, findet es richtig, dass weiter verhandelt wird. „Die Parteien müssen nach einer Wahl in der Lage sein, eine Regierung zu bilden. Das klare Nein am Wahlabend war noch zu verstehen, später nicht mehr, denn Neuwahlen wären nicht nachvollziehbar gewesen. Ich erwarte, dass es in den Koalitionsverhandlungen über die Ergebnisse der Sondierungsgespräche hinaus noch Bewegung geben wird. Dabei muss sich Frau Merkel deutlich stärker einbringen.“

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Patrick Dahlemann, Staatssekretär für Vorpommern, hofft, dass aus den Koalitionsgesprächen viel Positives für Großprojekte in Vorpommern herauskommt – z. B. für die Darßbahn.

Thomas Zischke, SPD-Fraktionsgeschäftsführer in der Schweriner Stadtvertretung, freut sich über die Entscheidung, „weil meine alte Dame SPD wieder gezeigt hat, dass sie bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Das heißt aber auch, dass wir hart verhandeln müssen. Die Zwei-Klassen-Medizin z. B. gehört abgeschafft.“

Christian Winter von den Jusos war überrascht, wie knapp das Ergebnis ausgefallen ist. „Jetzt ist noch einmal das Verhandlungsteam dran. Für mich ist z. B. gerade das Thema Kinderbetreuung ein ganz großes Thema.“
 

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