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Baumkronenpfad : „Ivenacker Eichen“ werden erstes „Nationales Naturmonument“

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Deutschlands stärkste Eichen stehen im mecklenburgischen Ivenack und sollen 2016 eine besondere Anerkennung erhalten. Das Schweriner Agrarministerium will sie zum bundesweit ersten „Nationalen Naturmonument“ erklären.

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erstellt am 19.Okt.2015 | 20:00 Uhr

Herbst im Tiergehege an den Ivenacker Eichen: Damhirsche laufen über die Wege, Turopolje-Schweine liegen unter Eichen oder „schnüffeln“ nach den ersten Eicheln. „Es ist die typische Herbstmast, wie sie früher in Hutewäldern üblich war und wie wir sie zeigen wollen“, erklärt Forstamtsleiter Ralf Hecker den Gästen unweit der Baumriesen. Wo bisher jährlich mehr als 50 000 Besucher die 1000-jährigen Eichen bestaunen, die zu den größten in Europa gezählt werden, hat Mecklenburg-Vorpommerns Landesforst im wahrsten Sinne des Wortes Großes vor: Die „Ivenacker Eichen“ sollen Deutschlands erstes „Nationales Naturmonument“ werden und bekommen zugleich einen spektakulären Baumkronenpfad. „Das ist aber nur durch die großzügige Hilfe des Mäzens Jost Reinhold möglich, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Montag.

Die 440 Meter lange Konstruktion, zu der ein 35 Meter hoher Aussichtsturm gehört, soll im Herbst 2016 eröffnet werden. Es wäre der zweite Baumwipfelpfad im Nordosten. Ein erstes Projekt wurde auf der Insel Rügen umgesetzt, bundesweit gibt es etwa 14 solcher Pfade in Höhe von Baumkronen.

In Ivenack soll es einen Aufzug, eine Treppe und auch einen langgezogenen behindertengerechten Steg geben. Dieser führt auf 15 Metern Höhe, wo das Gros der Aussichtsplattformen sein soll. Wer die rund 200 Meter langen Brücken absolviert hat, kann per Treppe oder Aufzug auf 35 Meter Höhe fahren und einen Ausblick über die uralte Kulturlandschaft um Ivenack genießen.“Das ist für uns eine große Chance, dass die jährlich rund 50 000 Besucher an den Eichen auch zu uns ins Dorf kommen„, hofft Bürgermeister Stefan Guzu (parteilos). Dafür hat der 800-Seelen-Ort auf der anderen Seeseite auch etwas zu bieten: So soll das Schloss in Kürze saniert werden, eine Orangerie und einen Schlosspark gibt es dazu noch. Der Baumkronenpfad und ein neues Besucherzentrum zwischen Tiergehege und Dorf sollen mehr als drei Millionen Euro kosten, von denen der aus der Seenplatte stammende Mäzen Reinhold etwa die Hälfte übernimmt.“Der Wald ist der artenreichste Naturraum überhaupt„, erklärt Backhaus. Das den Menschen nahezubringen sei in Zeiten, in denen sich die Gesellschaft immer mehr von der Natur entfremdet, sehr wichtig.

Für Forstamtsleiter Hecker war ohnehin klar, dass solch ein Baumkronenpfad unbedingt nach Ivenack gehört. “Experten haben errechnet, dass unsere größte Eiche 140 Kubikmeter Volumen hat und so die mit Abstand stärkste Eiche in Europa ist.„ Die zweitstärkste Eiche Europas stehe in Nonington (Großbritannien) und habe 100 Kubikmeter Volumen. Die zweitstärkste deutsche Eiche sei am Schloss Nagel in Bayern zu Hause und habe 70 Kubikmeter Holz.

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