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Tierschützer stellen Zootierhaltung in Frage : Ist Knut ein Inzest-Opfer?

vom

Der am Sonnabend überraschend gestorbene Berliner Eisbär Knut soll nach einem Bericht von „Bild.de“ ertrunken sein. Das habe die Sektion ergeben. Unklar ist hingegen, was zu Knuts Sturz ins Wasser des Zoos geführt hat.

svz.de von
erstellt am 21.Mär.2011 | 06:19 Uhr

Der am Sonnabend überraschend gestorbene Berliner Eisbär Knut soll nach einem Bericht von „Bild.de“ ertrunken sein. Das habe die Sektion im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin-Friedrichfelde ergeben, berichtete das Internetportal gestern Abend. Unklar sei hingegen, was zu Knuts Sturz ins Wasser im Berliner Zoo geführt habe.

Die Debatte um die Haltung von Eisbären gewinnt unterdessen an Schärfe. Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz betonte, dass Knut „nicht in einer Stresssituation gestorben ist“. Die Gruppenhaltung mit drei Weibchen sei damit nicht in Verbindung zu bringen. Er widersprach der von vielen Zoo-Besuchern wiederholt geäußerten Kritik, Knut sei von den Damen isoliert worden. „Nur anfangs, längst haben sie sich gegenseitig gejagt und auch miteinander gespielt, auch am Todestag.“

Der Berliner Tierschutzbeauftragte Klaus Lüdck forderte einen Stopp der Eisbären-Haltung. Er schloss sich damit Forderungen der Tierrechts-Organisation Peta und des Deutschen Tierschutzbundes an. In elf deutschen Zoos werden noch Eisbären gezeigt. Laut Lüdcke sei diese Haltung „nicht artgerecht“. Die Tiere seien „reine Einzelgänger“. Gemeinschaft und Geselligkeit suchten sie nur in der Paarungszeit. „Nur dann können sie sich riechen, nur dann stimmt die Chemie.“ Der Nürtinger Tierrechtler Frank Albrecht sieht einen Zusammenhang „zwischen Inzest, Erbkrankheit und Stress“. Es sei bedenklich, dass mehrere Nachkommen von Knuts Vater Lars nicht lange überlebten. Lars sei durch Inzest gezeugt worden. Albrecht beschuldigte beide Berliner Zoos im Westteil und in Friedrichsfelde. Dort sei Inzucht „mittlerweile fast schon Alltag“.

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