zur Navigation springen

Botschafter Hadas-Handelsman will Beziehungen zum Nordosten vertiefen : Israel-Tag in Mecklenburg-Vorpommern geplant

vom

In Mecklenburg-Vorpommern soll ein Israel-Tag organisiert werden. "Wir haben Interesse daran, vielleicht alle zwei Jahre", sagte der neue israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman gegenüber unserer Redaktion.

svz.de von
erstellt am 05.Dez.2012 | 10:14 Uhr

Schwerin | In Mecklenburg-Vorpommern soll künftig ein Israel-Tag organisiert werden. "Wir haben Interesse daran, vielleicht alle zwei Jahre", sagte der neue israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman jetzt gegenüber unserer Redaktion vor seinem Antrittsbesuch bei Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). "Wir wollen die Geschichte, die Gegenwart Israels nahebringen, alles, was Israel berühmt gemacht hat - und von dem man neben dem Konflikt im Nahen Osten weniger hört." Der Botschafter forderte, vor allem in Bildung zu investieren, um Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenhass zu begegnen. Zu der Debatte um ein Verbot der rechtsextremen NPD äußerte sich der Diplomat nicht direkt.

Der Plan für einen Israel-Tag im Nordosten ist bei Ministerpräsident Sellering auf Zustimmung gestoßen: "Ich halte das für ein wichtiges Thema und eine gute Idee", sagte er nach dem Antrittsbesuch. Über Zeitpunkt und Ort müsse aber noch geredet werden.

Das Schicksal der Deutschen und Juden sei auf ewig verbunden, meinte Botschafter Hadas-Handelsman. "Die jungen Leute sind nicht schuldig", sagte er mit Blick auf den Holocaust. "Aber die Verantwortung existiert." Wenn junge Menschen das verstünden, dass werde das hoffentlich helfen "dass solche Phänomene wie die Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrundes sich nicht ausweiten." Angesprochen auf die vergleichsweise starke rechtsextreme Szene im Nordosten sagte der Diplomat: "Fremdenhass ist immer sehr schlimm, aber noch schlimmer, wenn es in Deutschland passiert. Kurzfristig können Strafen helfen, wenn jemand gegen das Gesetz verstößt. Langfristig helfen nur Bildung, Kontakte, Beziehungen. Deswegen reisen wir auch durch ganz Deutschland, wie jetzt nach Mecklenburg-Vorpommern."

Hadas-Handelsman kündigte an, auch die Beziehungen zu den einzelnen Bundesländern verbessern zu wollen. Mit Mecklenburg-Vorpommern sei der Handel ausbaufähig. Bislang kaufe Israel beispielsweise Kunststoff und Holz in MV und verkaufe medizinische Geräte. Dies könne sich besser entwickeln, auch in der Landwirtschaft und im Tourismus sei eine Zusammenarbeit denkbar.

Israelischer Botschafter in Deutschland zu sein, sei eine der wichtigsten Aufgaben im Auswärtigen Dienst des Landes, sagte Hadas-Handelsman, der seit März dieses Jahres dieses Amt inne hat. "Wegen der Vergangenheit, aber nicht nur wegen dieser. Ich war sehr stolz, als ich es erfahren habe. Es sind viele Herausforderungen, auch im Vergleich zu anderen Ländern - aber ich mag Herausforderungen. Ich bin zufrieden, obwohl es nicht immer einfach ist, hier in Deutschland zu arbeiten."

Für einen Diplomaten weniger zurückhalten äußerte sich Hadas-Handelsman denn auch über die deutsche Enthaltung in der UN-Vollversammlung bei der Abstimmung über die Anerkennung Palästinas als Beobachterstaat bei den Vereinten Nationen. "Wir hatten etwas anderes erwartet." Aber die deutsch-israelischen Beziehungen seien einzigartig und vielfach tiefer. Deshalb habe das Abstimmungsverhalten auch keinen Einfluss auf die deutsch-israelischen Regierungskonsultationen, die am morgigen Donnerstag beginnen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen