Bildungspolitik in MV : Investition in Gesundheit der Lehrer

Entsprechendes Programm an 32 der rund 500 Schulen des Landes gestartet

svz.de von
05. November 2014, 07:45 Uhr

Das MV-Bildungsministerium investiert verstärkt in die Gesundheit der Lehrkräfte. Allein 2014 soll laut Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) 1 Million Euro ausgegeben werden, nächstes Jahr sogar 1,3 Millionen. Das Geld stammt aus dem 50-Millionen-Euro-Paket zur Verbesserung der Schul-Qualität.

Ein zentraler Punkt bei den Bemühungen um eine bessere Gesundheit und damit weniger Stundenausfall ist das erste Lehrergesundheitsprogramm, das in diesem Schuljahr gestartet ist. Zunächst nehmen 32 Schulen mit 880 Lehrkräften daran teil. Beworben hatten sich 46 Schulen. Zunächst werde in einer Befragung ermittelt, wie die Probleme an jeder einzelnen Schule aussehen, danach werde geschaut, welche Maßnahmen am besten helfen. Nach zwei Jahren soll eine erneute Befragung ergeben, wie erfolgreich das Programm war. Pro Schule stehe ein Sockelbetrag von 1500 Euro zur Verfügung, je Lehrer noch einmal 50 Euro.

Der Krankenstand der Lehrkräfte an öffentlichen Schulen in MV lag im Schuljahr 2012/13 bei 5,49 Prozent, wie es hieß. Der durchschnittliche Krankenstand in der gesetzlichen Krankenversicherung betrug 2013 bundesweit nur 3,78 Prozent. Das Programm soll bei einem Lehrergesundheitstag morgen in Greifswald vorgestellt werden.

Die Linke forderte, dass alle Schulen von dem Programm profitieren müssten, damit es nachhaltig ist. „In MV gibt es über 500 öffentliche Schulen“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Linken-Fraktion im Landtag, Simone Oldenburg. Sie vermisse im Programm auch die avisierten Angebote für ältere Lehrkräfte.

Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Ulrike Berger, betonte, dass die Hälfte von Brodkorbs Programm aus Pflichtleistungen bestehe, die dem Bildungsministerium als Arbeitgeber ohnehin obliegen. „Die Ausgaben in dem Bereich haben sich deutlich erhöht, weil Vorschriften der gesetzlichen Unfallversicherung für Arbeitsschutz verschärft wurden“, sagte sie. „Die Kosten für diese gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen liegen 2014 bei 526 900 Euro und wurden durch den Bildungsminister stillschweigend eingerechnet.“

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