Windanlagenbauer Kenersys eröffnet Werk in Wismar : Intelligente Elektronik gegen Stillstand

Ein riesiges Zahnrad bereitet Steffen Knispel im neuen Werk des  Windkraftanlagenbauers Kenersys  zur Montage vor.dpa
Ein riesiges Zahnrad bereitet Steffen Knispel im neuen Werk des Windkraftanlagenbauers Kenersys zur Montage vor.dpa

Der zur indischen Kalyani-Gruppe gehörende Windkraftanlagenbauer Kenersys hat gestern sein erstes europäisches Werk in Wismar offiziell eröffnet. In der Halle am Hafen sollen 180 Turbinen pro Jahr montiert werden.

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10. November 2010, 09:10 Uhr

Wismar | In der Halle direkt am Hafen sollen künftig 180 Windturbinen pro Jahr montiert werden, wie Sprecher Jochen Weick sagte. Schrittweise werde die Zahl der Mitarbeiter dafür von derzeit 20 auf 100 steigen. 2003 als Ingenieurbüro gegründet, wurde das Unternehmen 2007 mehrheitlich von Kalyani übernommen. In Wismar investierte die Gruppe nach eigenen Angaben gut sieben Millionen Euro. In diesem Jahr wurden neun Windanlagen für Schweden und Deutschland gebaut, 2011 sollen es etwa 30 sein.

Entscheidend für die Ansiedlung in Wismar sei die attraktive Lage direkt am Seehafen gewesen. Die Windkraftanlagen könnten von dort zu den europäischen wie auch außereuropäischen Märkten verschifft werden, wie der Sprecher sagte. Darüber hinaus gebe es in der Werftstadt qualifizierte Arbeitskräfte. Für Test- und Demonstrationsanlagen biete Mecklenburg viel Platz. Trotz Wirtschaftskrise und Auftragseinbrüchen in der Windenergiebranche ließ Kenersys in Wismar eine zweischiffige Montagehalle von 18 Metern Höhe errichten. Ausgestattet ist sie mit Kranbrücken, die bis zu 100 Tonnen heben können.

Die Innovation des Newcomers am Energieanlagenmarkt verstecke sich im Innern der Maschinenhäuser, erklärte Weick. "Die sind von Grund auf neu entwickelt worden." Mechanisch äußerst robust gebaut, mit extrem belastbaren Getrieben, verfügten sie über eine patentierte Elektronik. Diese verhindere, dass Netzstörungen die Rotorblätter stoppen und damit plötzlich großen Windlasten aussetzen. Vielmehr liefen die Windräder auch im Störfall - vom Stromnetz entkoppelt - im "Leerlauf" weiter.

Gerade in Indien - in Baramati hat Kenersys sein zweites Werk -, aber auch in Südeuropa stellten häufige Netzausfälle mit Stillstand erhebliche Belastungsproben für die riesigen Windräder dar, erklärte der Sprecher. Das Weiterlaufen verhindere solche extremen Lasten und schone Rotorblätter und Maschinen. Zwei Anlagentypen mit 2 und 2,5 Megawatt Leistung wurden von Kenersys für den Einsatz an Land entwickelt. Die Onshore-Anlagen erforderten geringen Wartungsaufwand, hieß es.

Die indische Kalyani-Group, einer der führenden Schmiedeteile- Zulieferer für die Automobilindustrie weltweit, wolle mit Kenersys den Einstieg in den Windenergieanlagenbau schaffen, hieß es.

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