Leser besuchen Radegas : Ins Herz der Windkraftanlage geblickt

Rico Gusdat (r.) zeigt Marion Badenschier (M.) und Gisela Synder auf einem Monitor im Eingangsbereich zur Anlage den Aufbau der Gondel sowie die Überwachungssoftware.
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Rico Gusdat (r.) zeigt Marion Badenschier (M.) und Gisela Synder auf einem Monitor im Eingangsbereich zur Anlage den Aufbau der Gondel sowie die Überwachungssoftware.

"Das hat meine Erwartungen weit übertroffen", sagt Gisela Synder. Sie ist eine von neun Zeitungslesern, die Freitag an der SVZ-Sommertour teilnahmen und auf eine von vier Anlagen im Windpark klettert.

svz.de von
06. Juli 2012, 06:50 Uhr

Moltenow | "Das hat meine Erwartungen weit übertroffen", sagt Gisela Synder. Die Bützowerin sitzt auf der Gondel einer Windkraftanlage, also dem Maschinenhaus, das den Triebstrang u. a. mit Kupplung, Generator und Getriebe beinhaltet. Und sie genießt den Ausblick. Trotz des Hochnebels kann sie die hügelige, feldreiche Landschaft sowie die Autobahn, die an den Feldern entlang führt, sehen.

Gisela Synder ist eine von neun Zeitungslesern, die gestern an der SVZ-Sommertour teilnahmen und auf eine von vier Anlagen im Windpark Radegast, den die MBBF Windparkplanung GmbH & Co. KG Moltenow betreibt, klettert. "Wir haben es schon des Öfteren erlebt, dass auf der Erde der schönste Sonnenschein war und die Anlage sowie die Rotorblätter im tiefsten Nebel hingen", sagt Rico Gusdat, Mitarbeiter der technischen Betriebsführung bei MBBF. Er wurde von seinen Kollegen Torsten Picha und Matthias Claussen unterstützt. Bevor es aber auf die Anlage ging, werden die Gäste in der Leitstelle Moltenow, von der aus 175 Windkraftanlagen betreut und kontrolliert werden, mit Kaffee und Kuchen empfangen.

Bei den Windkraftanlagen angekommen, helfen die Mitarbeiter dann den Gästen beim Anlegen der PSA, der persönlichen Schutzausrüstung, die ein Abstürzen verhindert. Immer wieder überprüfen die Fachmänner, ob die Gurte fest genug sind und ziehen bei dem einen oder anderen doch noch einmal nach. "Dann wird der Haken, also der Anschlagläufer, in die dafür vorgesehene Öse am Gurt eingehakt", führt Rico Gusdat die Sicherung vor. Das ist wichtig für ein sicheres Auf- und Absteigen in der Windkraftanlage. Er ist immer der erste, der die 255 Stufen bis zu den Rotorblättern empor klettert. "Wir befinden uns hier in einer GE-Anlage, deren Nabenhöhe 80 Meter beträgt und die eine Leistung von 1,5 Megawatt pro Stunde erzielt", erklärt Gusdat, bevor es losgeht. Auf einem Monitor im "Eingangsbereich" erläutert er den Teilnehmern schon vorab, was sie später in der Gondel sehen werden. Oben angekommen, gelangen die Arbeiter sowie die Teilnehmer über eine Luke auf das Dach der Gondel. Hier ist der Himmel greifbar nah und auch die Rotorblätter. "Ich wollte mir schon immer mal eine Windkraftanlage anschauen, die wir oft von der Autobahn aus sehen", sagt Gisela Synder. Man brauche aber schon Ausdauer, um oben anzukommen, sagt sie mit leicht verschwitztem Gesicht. Auch Karl Schwarzenberg schaut sich die Mecklenburger Landschaft von der Windkraftanlage aus an. "Nach einem Aufstieg auf einem hohen Punkt zu stehen, das ist schon ein erhebendes Gefühl", sagt der 69-Jährige. Erschöpft aber glücklich waren dennoch alle, als sie wieder festen Boden unter ihren Füßen hatten.

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