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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 19:43 Uhr

Inklusion könnte 250 Millionen Euro kosten

vom

svz.de von
erstellt am 04.Apr.2013 | 07:37 Uhr

Potsdam | Eine flächendeckende Einführung der Inklusion an Brandenburgs Schulen könnte das Land mehr als 250 Millionen Euro kosten. Das geht aus der Antwort des Bildungsministeriums auf eine kleine Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten Gordon Hoffmann und Beate Blechinger hervor. Die Abgeordneten hatten sich danach erkundigt, welche Folgen es hätte, wenn das Land an seinen Schulen ein Inklusions-Modell nach dem Vorbild der italienischen Provinz Südtirol einführen würde. Diese Region war in einer Sitzung der Demografie-Kommission des Bildungsministeriums im Februar als mögliches Vorbild für Brandenburg vorgestellt worden.

Wollte man Südtiroler Verhältnisse in Brandenburg kopieren, hätte das schwerwiegende Folgen: Wie das Bildungsministerium in der Antwort auf die kleine Anfrage schreibt, würden bei ansonsten gleichen schul- und unterrichtsorganisatorischen Bedingungen 5300 Lehrerstellen zusätzlich benötigt. Wenn keine Grundschulklasse mehr als 15 Schüler haben soll, führe "eine rein rechnerische Ermittlung des Mehrklasseneffekts" zu dem Ergebnis, "dass insgesamt etwa 7000 Klassen und demnach mehr als 2000 Klassen zusätzlich gebildet werden müssen." Dies würde zu höheren Personalausgaben von etwa 265 Millionen Euro führen.

Allerdings betont das Ministerium auch, dass Südtirol kein Vorbild für die Inklusion in Brandenburg sein muss. "Südtirol kann ein Benchmark sein, muss es aber nicht", heißt es. So sieht das auch der CDU-Bildungspolitiker Hoffmann: "Man muss es in Brandenburg nicht so machen." Das Beispiel zeige aber, dass es die Inklusion nicht zum Nulltarif geben könne. "Wenn man bei uns die Inklusion einführen will, braucht es die entsprechenden Rahmenbedigungen", so Hoffmann. Doch an dieser Stelle habe sich in Brandenburg in den vergangenen Jahren nichts getan.

Vor gut einem Jahr hatte Bildungsministerin Martina Münch das Pilotprojekt "Inklusive Grundschule" gestartet. An ihm beteiligen sich 75 Grundschulen in öffentlicher Trägerschaft und neun Schulen in freier Trägerschaft. Für die Durchführung waren im August 2012 117 Lehrer eingestellt worden. Eine Novelle des Schulgesetzes zur flächendeckenden Einführung der Inklusion hatte Martina Münch auf die kommende Legislaturperiode verschoben.

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