Heute ist Welttierschutztag : Initiative für besseren Tierschutz

caresten rehder/dpa
caresten rehder/dpa

In großen Tierhaltungen werden noch immer Ferkel ohne Betäubung kastriert, Legehennen bekommen die Schnäbel gekürzt. Die Umweltorganisation BUND will dies abschaffen und fordert einen Tierschutzplan.

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04. Oktober 2012, 09:50 Uhr

Schwerin | Zum Welttierschutztag am 4. Oktober hat die Umweltorganisation BUND in Mecklenburg-Vorpommern mehr Tierschutz in der Landwirtschaft gefordert. Das Agrarland brauche einen Tierschutzplan: „Er wäre eine Selbstverpflichtung des Landes“, sagte der Agrarexperte des Bundes für Umwelt und Naturschutz in Schwerin, Burkhard Roloff.

Das Bundestierschutzgesetz ziele nur auf das Einzeltier und dessen Unversehrtheit. „Es ist aber nicht egal, mit wie vielen Artgenossen das einzelne Tier eingesperrt ist“, erklärte er. Daher müssten Obergrenzen für Tierbestände und Herden definiert werden. Dies solle ein Tierschutzplan regeln.

Die Begrenzung der Tierzahlen pro Stall oder Herde würde sich nach der Überzeugung Roloffs sofort in einem geringeren Antibiotika- Einsatz widerspiegeln. „Je mehr Tiere je Stall eingesperrt sind, desto mehr Antibiotika müssen verabreicht werden“, sagte er. Dieser Zusammenhang sei belegt. Der BUND hat auch konkrete Vorschläge für Obergrenzen je Stall. Er orientiert sich dabei an dem konventionellen bäuerlichen Markenfleischprogramm „Neuland“. So sollten maximal 650 Schweinemastplätze statt jetzt 1500 pro Stall zugelassen sein. Bei Legehennen sollten weniger als 10 000 statt jetzt 15 000 Tiere zusammenleben, bei Masthühnern 6000 statt jetzt 30 000. Bei Rindermastplätzen sieht der BUND die Obergrenze bei 150 Tieren.

Ebenso sollte der Tierschutzplan den Auslauf für alle Nutztierarten ins Freie festlegen und bestimmte Maßnahmen verbieten - so das Kupieren der Schwänze bei Ferkeln und das Schnäbelkürzen bei Legehennen. Wenn Schweine weniger eng gehalten würden, wenn sie Auslauf und Beschäftigung hätten, sei das Abschneiden der Schwänze gar nicht nötig, sagte Roloff. Das gegenseitige Beknabbern sei Folge von Langeweile. „Das Kastrieren männlicher Ferkel ohne Betäubung muss ein Ende haben“, sagte er weiter.
Roloff zufolge liegt der Entwurf eines Tierschutzplanes für Niedersachsen vor, an dem Mecklenburg-Vorpommerns Landestierärztin Maria Dayen mitarbeitet. An dem Entwurf könne sich - bis auf Ausnahmen - der Plan für Mecklenburg-Vorpommern orientieren.

Der Welttierschutztag am 4. Oktober soll mithelfen, auf die Rechte der Tiere aufmerksam zu machen. Er wird seit 1931 am Sterbetag des Heiligen Franz von Assisi begangen. Am 4. Oktober feiert man den Namenstag des Gründers des Franziskanerordens, der unter anderem wegen seiner Tierpredigten berühmt und volkstümlich wurde.

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