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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 14:23 Uhr

Herbst in MV : Indian Summer vor der Haustür

vom
Aus der Onlineredaktion

Urlaub in MV ist gerade im Herbst beliebt. Zahlreiche Attraktionen warten auch jetzt noch auf Gäste

svz.de von
erstellt am 20.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Um den Indian Summer zu erleben, muss man nicht in den Nordosten der USA oder an die Ostküste Kanadas fliegen. Auch im Müritz-Nationalpark, auf der Insel Rügen oder in der Sternberger Seenlandschaft kann man derzeit die für warmes, trockenes Herbstwetter typische intensive Blattverfärbung an vielen Bäumen beobachten. Und es gibt noch mehr Naturschauspiele, die Urlaub in der Region gerade jetzt lohnenswert machen: Kreisende Adler, trompetende Kraniche oder röhrende Hirsche können vielerorts beobachtet werden.

Im Herbst nach Mecklenburg-Vorpommern zu reisen, ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Nach Angaben des Landestourismusverbandes war der Oktober 2016 mit 2,56 Millionen Übernachtungen der bislang erfolgreichste seit 1990. Innerhalb der letzten zehn Jahre sei die Zahl der Übernachtungen in den Monaten September, Oktober und November um 15,7 Prozent gestiegen.

Dutzende Baustellen auf dem Weg an die Küste: Hier wird es eng

Das wird eng: Mit Beginn der Herbstferien in vier Bundesländern rechnen Verkehrsexperten am Wochenende mit einer deutlichen Zunahme des Urlauberverkehrs. Mehr Autos und viele Baustellen: Staus und längere Fahrzeiten seien auch am vorletzten Oktober-Wochenende programmiert, prognostiziert der Automobilclub ADAC.

In Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen sowie im Norden der Niederlande würden die Ferien starten. In Hamburg und Schleswig-Holstein gingen sie in die zweite Woche. Urlauber aus Hessen sowie aus Dänemark, dem Süden und der Mitte der Niederlande kehrten zurück, weil die Schule kommende Woche wieder beginne. Betroffen seien vor allem Strecken Richtung Alpen, die Mittelgebirge sowie in den warmen Süden und an die Küsten. Allerdings: Erfahrungsgemäß sei die Verkehrsbelastung zu den Herbstferien nicht so hoch wie zu den Sommerferien, erklärte ADAC-Hansa-Sprecher Christian Hieff gestern in Hamburg. In der Herbstsaison würden mehr Menschen in den Flieger steigen und in die Sonne reisen.

Urlauber mit Ziel Ostsee müssen sich aber auf Beeinträchtigungen einstellen: Allein in dem 554 Kilometer langen Autobahnnetz im Nordosten müssen Kraftfahrer im Schnitt derzeit alle 50 Kilometer mit Behinderungen rechnen. Auf den A 14, 19, 20 und 24 wird derzeit an zehn Streckenabschnitten gebaut, geht aus dem Verkehrsinformationsdienst des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr in Rostock hervor. Dort, wo wegen des Sommerreiseverkehrs nicht gebaut werde, seien jetzt Baustellen eingerichtet, meinte Hieff. Hinzu kommen knapp 50 Baustellen im Bundes-, Landes- und Kreisstraßennetz Mecklenburg-Vorpommerns. Betroffen sei aber auch die Nord-Süd-Verbindung A 7. Von Flensburg bis hinter Hannover – überall werde gebaut, sagte Hieff. Baustellen auch auf der A 1 nahe Bremen: „Eine Katastrophe für den Verkehr“, meint der ADAC-Sprecher – auch außerhalb der Ferien.

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Hier wird es eng:

  • Fernstraßen von und zur Nord- und Ostsee, Großraum Berlin, Hamburg und Köln
  • A 1 Köln – Bremen – Hamburg
  • A 1 / A 3 / A 4 Kölner Ring
  • A 2 Dortmund – Hannover – Braunschweig
  • A 3 Köln – Frankfurt – Nürnberg – Passau
  • A 5 Hattenbacher Dreieck – Karlsruhe – Basel
  • A 6 Mannheim – Heilbronn – Nürnberg
  • A 7 Hamburg – Hannover – Würzburg – Füssen/Reutte
  • A 7 Hamburg – Flensburg
  • A 8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg
  • A 9 München – Nürnberg – Berlin
  • A 10 Berliner Ring
  • A 11 Berliner Ring – Dreieck Uckermark
  • A 19 Dreieck Wittstock/Dosse – Rostock
  • A 24 Hamburg – Berlin
  • A 61 Ludwigshafen – Koblenz – Mönchengladbach
  • A 93 Inntaldreieck – Kufstein
  • A 95 / B 2 München – Garmisch-Partenkirchen
  • A 96 München – Lindau
  • A 99 Umfahrung München

  Quelle: ADAC

 

Auch diesmal rechnen die Touristiker sowohl an der Küste als auch im Binnenland mit einem im doppelten Wortsinne „Goldenen Oktober“. Die Gästezahlen aus dem Vorjahr sind erneut in greifbarer Nähe, wie der Sprecher des Landestourismusverbandes, Tobias Woitendorf, erklärt. Neben der zuletzt stabilen, ruhigen und trockenen Wetterlage nähre auch der lange Korridor der „touristischen Herbstferien“ die positiven Erwartungen. Schließlich hätte das aktuelle Reisehoch schon am Wochenende vor dem 3. Oktober begonnen, das viele zusammen mit dem Brückentag für einen Kurzurlaub nutzen. „Und es sind Bundesländer, aus denen besonders viele Besucher zu uns kommen – Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt –, bereits Anfang Oktober in die Ferien gestartet“, erklärt der Verbandssprecher.

Wenn jetzt die schulfreie Zeit auch in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen beginnt, warten eine ganze Reihe von Attraktionen auf Besucher: Der Fotoherbst in Zingst, die Usedomer Wildwochen, Ferienprogramme im Stralsunder Ozeaneum, dem Meeresmuseum und vielen anderen musealen Einrichtungen im ganzen Land, die Woche der Nachhaltigkeit auf Rügen – Woitendorfs Aufzählung ist lang. Zudem verspricht er, dass auch Spontanurlauber garantiert noch ein Bett an der Küste oder im Binnenland finden. Insgesamt war das Tourismusjahr bisher allerdings ein „herausforderndes“, so der Verbandssprecher. Nach einem erneut rekordverdächtigen ersten Halbjahr rutschten die Gästezahlen im verregneten Juli in den Keller.

„Wir bleiben auf hohem Niveau und werden wohl auch wieder die 30-Millionen-Marke knacken“, wagt Woitendorf eine Prognose. 30,3 Millionen wie im bisherigen Rekordjahr 2016 würden jedoch wahrscheinlich nicht erreicht. „Aber wir sollten langsam auch nicht mehr nur nach quantitativen Rekorden streben. Vielmehr müssen wir uns darüber klar werden, welche qualitativen Parameter für uns der Maßstab sein sollen.“

 

 

 

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