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Mecklenburg-Vorpommern : In Rostock und Schwerin gibts am meisten Hartz IV

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Obwohl der Regelsatz deutschlandweit identisch ist, gibt es große Unterschiede bei der Stütze.

von
erstellt am 13.Sep.2014 | 07:55 Uhr

Die 97 000 Hartz-IV-Empfänger in Mecklenburg-Vorpommern bekommen zum Jahreswechsel acht Euro mehr. Die Erhöhung orientiert sich an der gesetzlich vorgeschriebenen jährlichen Anpassung an die ständigen Preissteigerungen sowie die Lohnentwicklung. Obwohl der Regelsatz deutschlandweit identisch ist, gibt es große Unterschiede bei der Stütze. So bekommen Hartz-IV-Haushalte in Schwerin im Schnitt 660,83 Euro – dagegen sind es nur 617,40 Euro im Landkreis Rostock.

Grund für diese Unterschiede sind insbesondere die unterschiedlich hohen Mieten. Besonders in großen Städten wie Rostock und Schwerin liegt der Mietspiegel deutlich höher als in den ländlichen Räumen in Mecklenburg-Vorpommern. Im Schnitt zahlen die Jobcenter in MV 298,05 Euro für Miete und Heizkosten. Das sind knapp 70 Euro weniger als im deutschlandweiten Durchschnitt.

Eines zeigt die aktuelle Statistik der Bundesagentur für Arbeit ganz deutlich: Zwischen dem errechneten Bedarf und den tatsächlich gezahlten Leistungen klafft eine große Lücke. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim liegt der Unterschied beispielsweise bei durchschnittlich 271 Euro.

Das lasse sich ganz einfach erklären, so Jan Szkucik, Arbeitsmarktberichterstatter für die Bundesagentur. „Zunächst wird der Bedarf einer Bedarfsgemeinschaft ermittelt. In einer klassischen Familie – Mutter, Vater, Kind – steht jedem Mitglied ein entsprechender Bedarf zu. Hinzu kommen Miete, Heizkosten und Sonderzahlungen. Demgegenüber steht das Einkommen bestehend aus Kindergeld, Minijob oder sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen“, erklärt Szkucik. Bei 54,5 Prozent der Bedarfsgemeinschaften in MV könne demnach ein Teil des Bedarfs durch das eigene Einkommen gedeckt werden – der Rest werde aufgestockt, so Szkucik.

Bei den Bedarfsgemeinschaften liegen Single-Haushalte sowohl in MV– als auch deutschlandweit ganz vorn. Besonders viele alleinstehende Hartz-IV-Empfänger gibt es laut Statistik an der Mecklenburgischen Seenplatte, in Rostock und in Vorpommern-Greifswald. Wie hoch die Bezüge einer Bedarfsgemeinschaft sind, hänge von vielen Faktoren ab und sei daher eine Einzelfallentscheidung, fasst Jan Szkucik zusammen.

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