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Unterricht : In Rostock schwänzen Schüler am meisten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hartnäckigen Schulverweigerern drohen Bußgeld und Zuführung durch Polizei

Null Bock auf Unterricht? In Mecklenburg-Vorpommern haben im vergangenen Schuljahr 2474 Mädchen und Jungen die Schule an mindestens einem Tag geschwänzt – das sind 203 Schüler mehr als noch im Schuljahr zuvor. Insgesamt besuchen mehr als 120 000 Kinder und Jugendliche die öffentlichen allgemeinbildenden Schulen des Landes.

Wie aus einer Antwort des Schweriner Bildungsministeriums weiter hervorgeht, schwänzten deutlich mehr Schüler in den großen Städten Rostock und Schwerin als in den Landkreisen. In Vorpommern-Greifswald und an der Mecklenburgischen Seenplatte fehlten im vergangenen Schuljahr weniger als ein Prozent der Schülerinnen und Schüler unentschuldigt, in Schwerin waren es hingegen 4,5 Prozent und in Rostock sogar 5,5 Prozent.

Als eine Ursache für das Stadt-Land-Gefälle nennt das Ministerium die „vorhandene höher konzentrierte soziale Infrastruktur“ in Städten, die die Schüler angeblich vom Schulbesuch ablenke.


Genaue Auswertung gibt es nicht


„Das Problem ist jedoch, dass das Bildungsministerium und die Schulämter bisher gar nicht genau ermitteln können, wie groß das Problem des Schulschwänzens tatsächlich ist“, kritisierte Ulrike Berger, bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Schweriner Landtag. Erfasst würden Schüler bereits, sobald sie einmal unentschuldigt gefehlt haben. Eine genauere Auswertung, wie viele von ihnen notorisch der Schule fernbleiben und welche Auswirkungen dies auf die Schulabschlüsse hat, gebe es offensichtlich nicht. „Das Ministerium darf bei der Frage des Schulschwänzens nicht weiter im Blindflug agieren“, sagte Frau Berger.

Im Kampf gegen das Schuleschwänzen setzt das Ministerium auf Gespräche mit Eltern und auf die Unterstützung durch Schulsozialarbeiter. Bei besonders hartnäckiger Schulverweigerungen sind auch Bußgelder bis zu 250 Euro oder die zwangsweise Zuführung durch Polizeibeamte möglich.

 

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erstellt am 11.Jun.2014 | 07:48 Uhr

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