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Sicherheit : In MVs Gefängnissen krankt das Personal

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Jeder der knapp 800 Bediensteten im Land war im Durchschnitt 38,4 Tage im Jahr krank

von
erstellt am 19.Apr.2016 | 06:00 Uhr

Ist das Personal in den fünf Justizvollzugsanstalten Mecklenburg-Vorpommerns überlastet? In kaum einer anderen Berufsgruppe in Mecklenburg-Vorpommern ist der Krankenstand so hoch wie bei den Justizvollzugsbediensteten des Landes. Jeder Einzelne der knapp 800 Bediensteten blieb im vergangenen Jahr im Durchschnitt 38,4 Tage krankheitsbedingt zu Hause, teilte das Justizministerium auf Anfrage mit (Grundlage ist wegen der Wochenenddienste eine siebentägige Arbeitswoche). Im Jahr zuvor waren es im Durchschnitt 37,2 Krankentage.

Selbst wenn man den Krankenstand zur Vergleichbarkeit auf eine fünftägige Arbeitswoche umrechnet, kommt man für das Jahr 2015 auf 26,7 Krankentage. Der Bundesdurchschnitt aller Berufsgruppen lag in den letzten Jahren aber bei 9,5 Tagen, so das Statistische Bundesamt. Woran liegt also der hohe Krankenstand beim Gefängnispersonal?

„Wie überall im Land wird Personal eingespart, gleichzeitig steigt der Umfang der Aufgaben“, sagte der Landesvorsitzenden des Bundes der Strafvollzugsbediensteten, Hans-Jürgen Papenfuß. Allein in der Vollzugsanstalt Bützow würden etwa 20 Kollegen fehlen.

„Der Job ist schwierig – ständig Schichtdienst und fast immer haben die Kollegen mit nicht einfachen Menschen zu tun“, erklärte Papenfuß. Gleichzeitig steigen die Anforderungen beispielsweise durch das neue Strafvollzugsgesetz, das neben der Sicherheit auch den Sozialisierungsgedanken und die Arbeit mit den Häftlingen stärker in den Vordergrund stellt.

Hinzu kommt, dass wie auch in anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes der Altersdurchschnitt steigt. Derzeit sind die Justizvollzugsbediensteten in Mecklenburg-Vorpommern 46,20 Jahre alt. In den nächsten zehn Jahren werden 185 Bedienstete aus Altersgründen in den Ruhestand gehen.

Papenfuß wünscht sich mehr Motivation für seine Kollegen durch eine bessere Beförderungsstruktur und mehr Anerkennung.

Das Justizministerium verweist auf unterschiedliche Präventionsmaßnahmen zur Bekämpfung des Krankenstandes wie beispielsweise Organisation und Angebot für sportliche Aktivitäten.

Trotzdem ist der Beruf offenbar für viele attraktiv. „Es gibt jedes Jahr etwa 500 Bewerber auf 20 Ausbildungsstellen“, berichtete Ministeriumssprecher Tilo Stolpe.

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