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Mecklenburg-Vorpommern

25. November 2017 | 07:06 Uhr

In MV schließt jeder dritte Schlecker

vom

svz.de von
erstellt am 14.Mär.2012 | 06:54 Uhr

Rostock | Die Drogeriemarktkette Schlecker will in ganz Mecklenburg-Vorpommern etwa 45 ihrer 150 Filialen schließen. Am stärksten betroffen ist Neubrandenburg, wo fünf Märkte aufgegeben werden sollen. Das geht aus der gestern veröffentlichten Schließungsliste hervor.

In Rostock betrifft die Schließung die Filiale in der Parkstraße. In Greifwald und Wismar sollen jeweils drei, in Schwerin zwei Filialen schließen.

Laut Sozialministerium beschäftigt Schlecker in Mecklenburg-Vorpommern etwa 750 Mitarbeiter, vorwiegend Frauen. Dem Unternehmen zufolge handelt es sich um vorläufige Schließungspläne.

Darauf verwies auch der Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Nord, Frank Schischefsky. Er wollte die Liste daher nicht kommentieren. "Die Liste ist für uns nicht plausibel", sagte er. Allerdings sei es gelungen, bundesweit die Zahl der zur Schließung vorgesehenen Filialen von 2400 auf 2000 zu verringern. "Wir wollen jetzt um jeden Arbeitsplatz kämpfen", betonte Schischefsky. "Mit Hochdruck werden wir daran arbeiten, die Rahmenbedingungen für eine Transfergesellschaft zu schaffen, um anständige Lösungen für die Frauen zu bekommen, die akut von Arbeitslosigkeit bedroht sind." Wie eine solche Transfergesellschaft aussehen könne, werde jetzt mit dem Insolvenzverwalter beraten. Möglicherweise werde eine Bürgschaft von der Politik gebraucht.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Martina Tegtmeier, rechnet mit dem Verlust von rund 200 Arbeitsplätzen in Mecklenburg-Vorpommern. Der Insolvenzverwalter sei jetzt gefordert, für die verbliebenen rund 500 Mitarbeiter im Land zukunftsfähige Strukturen zu schaffen und vernünftig bezahlte Arbeitsplätze zu sichern. Die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter seien in der Pflicht, für jene, die ihren Job verlieren werden, schnelle Hilfe und Unterstützung zu organisieren. Die Forderung nach Hilfen durch das Land sei unangebracht, sagte Tegtmeier. "Es kann nicht angehen, dass der Staat in Haftung genommen wird für eine verfehlte Geschäftspolitik."

Laut Schlecker geht die Schließung eines Marktes nicht zwangsläufig mit dem Verlust der Arbeitsplätze einher. Für die wirtschaftlich unvermeidlichen Entlassungen werde ein Sozialplan erarbeitet, an dem der Insolvenzverwalter, der Gesamtbetriebsrat sowie die Gewerkschaft Verdi beteiligt sind. Verdi-Sprecher Schischefsky zufolge wird es vor allem die Beschäftigten in der Fläche hart treffen. Sie seien nicht so einfach zu versetzen wie das Personal in Berlin oder Hamburg.


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