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Geschäfte in Rostock am teuersten : In MV explodieren die Ladenmieten

vom
Aus der Onlineredaktion

Kleine und mittlere Händler geben auf

Den Einzelhändlern in Mecklenburg-Vorpommern laufen die Kosten davon: In den großen Städten des Landes haben sich in einigen 1a-Lagen die Ladenmieten in den vergangenen sechs Jahren drastisch erhöht, geht aus dem Einzelhandelsmietspiegel 2017 des Handelsinstituts EHI in Köln hervor – teilweise um bis zu 75 Prozent. Vor allem in größeren Ladengeschäften mit bis 160 Quadratmetern sind der Analyse zufolge die Mieten in den vergangen sechs Jahren explodiert. Für einige Geschäfte hätten sich die Mieten gar verdoppelt. So waren Ladenlokale mit 120 bis 160 Quadratmetern in Rostock 2011 im Schnitt für 25 bis 41 Euro zu haben, in diesem Jahr werden 50 bis 65 Euro fällig, prognostiziert das Institut. Deutliche Zuwächse auch in Stralsund: Zwischen 50 und 75 Prozent verlangen Vermieter in diesem Jahr mehr als 2011.

Am preiswertesten sind Ladenlokale in Neubrandenburg und Wismar zu haben – zwischen 12 und 15 bzw. 18 und 24 müssen Händler je Quadratmeter in 120 bis 160 Quadratmeter großen Geschäften zahlen. In Schwerin werden 27 bis 32 Euro fällig – bis zu 50 Prozent mehr.

Ein Ende der Mietsteigerungen für Geschäfte in 1a-Lagen ist angesichts des lukrativen Immobilienmarktes derzeit nicht in Sicht: In den Städten wächst daher die Sorge vor dem Verlust der Angebotsvielfalt. Experten machen Vermieter längst dafür verantwortlich, mit hohen Mietforderungen zur Verödung der Innenstädte beizutragen. Notgedrungen würden Einzelhändler die höheren Mieten bezahlen. Etliche treten inzwischen aber auch auf die Bremse und geben auf, beobachtet Kay-Uwe Teetz, Landesgeschäftsführer des Handelsverbandes Nord: „Betroffen sind vor allem kleinere und mittlere Einzelhandelsbetriebe.“ Das Geschäft gebe nicht mehr soviel her, um die Mieten zu bezahlen. Da helfe auch kein Umzug in 1b-Lagen. Handelsketten würden hingegen eher die höheren Mieten zahlen, so Teetz. Damit drohen die Innenstädte allerdings weiter an Attraktivität zu verlieren: Die Zentren würden zunehmend von Handelsketten bestimmt.

Einzelhändler in Mecklenburg-Vorpommern kommen allerdings noch gut weg: In München liegt die monatliche Ladenmiete derzeit für Flächen von 120 bis 160 Quadratmeter zwischen 250 und 300 Euro pro Quadratmeter, in Berlin bis 260 und in Hamburg bis zu 250 Euro. In Ostdeutschland werden in Leipzig die höchsten Ladenmieten in 1a-Lagen verlangt: bis zu 90 Euro je Quadratmeter.

 

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erstellt am 20.Mai.2017 | 05:00 Uhr

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