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Niederländische Unternehmer : In MV angekommen

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Niederländische Unternehmer haben Fuß gefasst. Botschafterin Monique van Daalen will bei Besuch europapolitische Themen erörtern

svz.de von
erstellt am 11.Mai.2016 | 08:00 Uhr

„Die Bande zwischen Deutschland und den Niederlanden reichen weit in die Vergangenheit zurück und sind besonders eng“, sagt Monique van Daalen. Heute kommt die niederländische Botschafterin nach Schwerin, um in einem Gespräch der Europa-Union ihre Sicht zur Situation in Europa darzustellen und sich den Fragen des Publikums zu stellen.

Marc Elshout ist gebürtiger Niederländer, er kommt aus Kaatsaeuvel. Seit 23 Jahren lebt und arbeitet der 46-Jährige in Mecklenburg-Vorpommern. Hier lernt er seine Frau Jenny kennen und gründet eine Familie. 1995 kauft er einen Campingplatz in Flessenow und betreibt diesen seitdem unter dem Namen „Seecamping“. 20 bis 30 Prozent seiner Gäste kommen aus den Niederlanden. „Die Botschafterin sollte Werbung machen für die Beziehungen zwischen Deutschland und den Niederlanden“, sagt Elshout, als er von dem Besuch van Daalens erfährt. „Die Beziehungen sind schon sehr gut, sollten aber noch intensiviert werden. Man muss in Kontakt bleiben, Probleme besprechen und gemeinsam Lösungen finden.“

Marc Elshout ist einer von insgesamt 753 gebürtigen Niederländern, die ihr neues Zuhause in MV gefunden haben. Es existieren vielzählige niederländische Firmen und Betriebe, die sich in den vergangenen Jahren in der Land- und Agrarwirtschaft, der Gastronomie sowie dem Hotel- und Tourismusgewerbe in MV etabliert haben. Unternehmen wie die Van der Valk Gruppe mit Hotels beispielsweise in Wittenburg und Linstow, Hof Denissen in Wöbbelin, die Grabower Süßwarenfabrik , das „Café Naschwerk“ in Weberin und der Milchbetrieb der Familie de Vries in Dadow sind in der mecklenburgischen Wirtschaft nicht mehr wegzudenken.

Wie das Statistische Landesamt mitteilte, haben Firmen in MV im vergangenen Jahr für knapp 741 Millionen Euro Waren in den Niederlanden verkauft. Eine Steigerung von 11,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Deutschland ist unser wichtigster Handelspartner und zugleich der wichtigste Absatzmarkt für unsere Produkte“, so van Daalen. Das geht ebenfalls aus den Einfuhrstatistiken des Statistischen Landesamtes hervor. Im vergangenen Jahr wurden in Mecklenburg-Vorpommern Waren aus den Niederlanden für etwa 484 Millionen Euro verkauft, was eine Steigerung zum Vorjahr von 13,8 Prozent darstellt.

„In Politik, Wirtschaft und Kultur arbeiten wir intensiv mit unseren deutschen Partnern zusammen“, so die Diplomatin. Bei ihrem heutigen Besuch möchte die 55-Jährige vier thematische Schwerpunkte im Botschaftergespräch erörtern: Migration und internationale Sicherheit; die EU als Innovator und Beschäftigungsmotor; eine bewusste und stabile Währungsunion sowie eine zukunftsorientierte Klima- und Energiepolitik.

Europapolitische und -wirtschaftliche Themen, die auch Marc Elshout für relevant hält. „Die EU als wirtschaftliche, aber auch solidarische Gemeinschaft muss erhalten bleiben, muss stark bleiben“, so der Campingplatzbetreiber. Volker Wünsche, Unternehmenssprecher der Van der Valk Gruppe Deutschland, jedoch wünscht sich von der Botschafterin mehr persönlichen Kontakt. „Es wäre schön, wenn Frau van Daalen ein paar Unternehmen in MV einen Besuch abgestattet hätte. Dann hätte sie sehen können, wie wir als niederländische Firma seit mittlerweile 15 Jahren in MV Fuß gefasst haben“, sagt der 45-Jährige. „Wir sind in MV angekommen.“

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