Wohnraum in Lübz : In jeder Etage Sonne draußen genießen

Freigabe in wenigen Tagen: Der Genossenschafts-Wohnblock Scharnhorststraße 6 bis 9 präsentiert sich durch die neuen Balkone mit völlig neuem Gesicht.
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Freigabe in wenigen Tagen: Der Genossenschafts-Wohnblock Scharnhorststraße 6 bis 9 präsentiert sich durch die neuen Balkone mit völlig neuem Gesicht.

„Jetzt freuen sich schon alle auf die Türgriffe." So fasst Peter Seemann die Stimmung im Wohnblock Scharnhorststraße 6 bis 9 zusammen. Im April begannen Handwerker damit, neue Balkone anzubauen.

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06. Juli 2012, 06:19 Uhr

lübz | "Jetzt freuen sich schon alle auf die Türgriffe." So fasst Peter Seemann, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft Lübz-Plau eG (WLP), die Stimmung im Wohnblock Scharnhorststraße 6 bis 9 zusammen. Im April begannen Handwerker am größten Haus des Unternehmens damit, für jede der 48 Wohnungen einen Balkon anzubauen - das bisher größte Modell. Ende nächster Woche sollen die Arbeiten beendet sein. Die neu eingebauten Türen waren somit die längste Zeit verschlossen und warten nun auf ihre Öffnung. "Für ihre Geduld möchte ich unsere Mitglieder einmal loben, denn Krach und Dreck gab es mehr als genug", sagt Seemann. Unter anderem war es notwendig, für die neuen Türen ein Stück aus der Fassade herauszutrennen und das gesamte Fenster auszutauschen sowie Heizkörper, Dachentwässerung und Telekomkabel an anderer Stelle zu montieren/zu verlegen.

Ihr Vorhaben hatte die WLP weit vor Beginn der Arbeiten auf einer Versammlung erläutert. Als feststand, dass alle, die in der Bauphase schon Mieter waren, auch künftig nicht mehr Geld überweisen müssen, standen dem Plan alle sehr aufgeschlossen gegenüber, berichtet der Vorstandsvorsitzende. Für die Investition rechnet die Genossenschaft mit Kosten in Höhe von rund 480 000 Euro.

Direkt nebenan, am Haus Scharnhorststraße 2 bis 5, lässt auch die Wohnungs- und Verwaltungs-GmbH Lübz (WVL) ebenso viele Balkone mit Außensteckdose errichten. Vorgesehener Fertigstellungstermin ist Ende Juli. Alles in allem liegen die Kosten hier bei schätzungsweise rund 400 000 Euro. "Von unseren insgesamt 960 Wohnungen haben dann 800 einen Balkon. Nachgerüstet wurden 230", erklärt Ronald Schmelter, stellvertretender Geschäftsführer der WVL. "Allein in diesem Bereich liegt die Ausgabe dann bei insgesamt etwa 1,7 Millionen Euro." Davon abgesehen, dass die Erweiterungen schon jetzt sehr gern genutzt werden, sei es bei einer Neuvermietung einfacher, Interessenten zu gewinnen: "Wer auf Wohnungssuche ist, möchte in der Regel einen Balkon haben."

Vielleicht schon im nächsten Jahr lässt die WVL weitere Personenaufzüge anbauen. Wo genau, steht noch nicht fest. Wahrscheinlich ist der Bereich Scharnhorststraße/Hinter der Wohrte. "Damit tragen wir der demographischen Entwicklung Rechnung", sagt Schmelter. "Sehr viele junge Leute wandern weiter ab, der Altersdurchschnitt der Einwohner steigt weiter an." Für die Investition sind rund 500 000 Euro eingeplant. Die Entscheidung fällt der Aufsichtsrat, in dem die Bürgermeisterin und Stadtvertreter sitzen.

Bei von außen angebauten Aufzügen öffnen die Türen jeweils auf dem Zwischenpodest im Treppenhaus. Von dort sind dann noch acht Stufen bis zur Wohnungstür zu bewältigen. "Das ist in der Regel kein Problem", so der stellvertretende Geschäftsführer. Wird ein Fahrstuhl ins Haus integriert, sind die Kosten unvergleichlich höher und zudem geht Wohnraum verloren, um den Schacht errichten zu können. Bisher gibt es bei der WVL fünf Aufzüge in drei Häusern. Höher gelegene Wohnungen in Häusern ohne Aufzug seien immer schwerer zu vermieten. Häufig ist es mittlerweile so, dass ältere Bewohner von oben ins Erdgeschoss ziehen.

Über die grundsätzlich verbesserte Erreichbarkeit hinaus ist ein weiterer Schwerpunkt, die Badezimmer nach Bedarf altersgerecht zu gestalten. Dies bedeutet in der Regel, die Wanne gegen eine Dusche auszutauschen.

Seit mehreren Jahren hält sich die Leerstandsquote in dem Unternehmen bei unter ein Prozent, der Anteil langjähriger Mieter ist hoch. "Jede nicht vermietete Wohnung macht sich letztlich negativ bemerkbar, aber im Verhältnis zur Situation im Land stehen wir gut da", sagt Schmelter. Noch im vergangenen Jahr lag der Wert im Bereich Ludwigslust-Parchim bei durchschnittlich rund zehn Prozent.


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