10 Jahre „Rockt den Förster" : In Jamel wird weiter gerockt

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Das zweitägige Festival für Demokratie und Toleranz „Jamel rockt den Förster" jährt sich in diesem Jahr zum zehnten Mal.

svz.de von
30. März 2016, 08:00 Uhr

Trotz des Brandanschlags auf ihr Grundstück im letzten August will die Familie Lohmeyer aus Jamel bei Wismar wieder „Jamel rockt den Förster" veranstalten. Das zweitägige Festival für Demokratie und Toleranz jährt sich in diesem Jahr zum zehnten Mal. „Die Vorbereitungen laufen gut“, sagt Birgit Lohmeyer. Sie und ihr Mann Horst hätten bereits den Turbo eingelegt, um alles zu organisieren.

In der Nacht zum 13. August 2015  war auf dem Grundstück der Lohmeyers ein mit Reet gedecktes Fachwerkhaus abgebrannt. Übrig blieben nur die Grundmauern. Und die Frage, wer für den Brand verantwortlich ist? Die Lohmeyers wissen es bis heute nicht. Aber Birgit Lohmeyer hat eine Vermutung. Gemeinsam mit ihrem Mann Horst engagiert sie sich gegen Rechtsextremismus, vor allem in ihrem Dorf Jamel, das von vielen rechtsradikalen Familien bewohnt wird. Und nur Tage vor der letzten Ausgabe  von „Forstrock“ brannte ihre Scheune. Grundsätzlich teilen die Behörden ihre Meinung. Bereits einen Tag nach dem Brand entdeckten die Ermittler Brandbeschleuniger und eine abgebrannte Lunte im Gras. Die Täter legten das Feuer vorsätzlich. Eine Spur zu ihnen gibt es immer noch nicht. Selbst die Lohmeyers selbst waren zwischenzeitlich verdächtigt worden. Die Fahndergruppe „Forst“ der Polizei ist  aufgelöst. Die Akten liegen bei der Staatsanwaltschaft Schwerin, es würde noch weiter ermittelt, bestätigte Stefan Urbanek unserer Zeitung. „Mit uns hat seit Monaten niemand Offizielles darüber gesprochen“, sagt Lohmeyer. Sie und ihr Mann hätten feststellen müssen, dass Opfer nicht unbedingt die Nummer eins sind, wenn es darum geht, Informationen über den Stand der Ermittlungen zu erhalten. Aber von all dem wollen sie sich nicht beirren lassen.

Die zehnte Ausgabe des Forstrock Ende August 2016 soll ein großes Fest werden; in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD). Der Zuspruch nach dem Brand, Anrufe, E-Mails und Besucheseien für sie Motivation, weiter gegen Rechtsextremismus zu kämpfen. Vielleicht gibt es auch irgendwann wieder eine neue Scheune. Erste Spenden sind eingesammelt. Birgit Lohmeyer träumt von einem Haus, in dem ganzjährig Veranstaltungen durchgeführt werden können, sebs

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