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In Haft: Ex-Trainer soll Kind missbraucht haben

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erstellt am 09.Okt.2012 | 08:59 Uhr

Gnoien | Ein 73-jähriger Ex-Trainer soll in Gnoien (Landkreis Rostock) einen Jungen mehrfach schwer sexuell missbraucht haben. Der örtliche Sportverein soll nach einem Bericht des Nordkuriers über die abartige Neigung des Mannes offenbar schon länger Bescheid gewusst haben.

Spätestens nach einem Vorfall im Frühjahr vergangenen Jahres ließ es sich wohl nicht mehr leugnen: Der damalige Trainer, der bis dahin mehrere Mannschaften vom Nachwuchs- bis zum Erwachsenenbereich betreute, hat eine "Neigung zu kleinen Jungs", wie man schon seit einiger Zeit im Verein tuschelt.

Obwohl die Eltern des betroffenen Kindes damals eine Anzeige zurückgezogen hätten, habe der Sportverein gehandelt, berichtete Vereinschef Ottmar Schug: "Wir haben ihm damals das Training weggenommen, so dass er keine Mannschaften mehr betreut. Wir wollten ihm noch eine Chance geben und haben ihm klargemacht: Wenn noch einmal etwas passiert, dann ist das Ei geplatzt."

Vor einigen Tagen ist es nun passiert. Vor einem Spiel des Gnoiener SV soll der Ex-Trainer mit einem 13-Jährigen im Sportlerheim erwischt worden sein. Diesmal fackelte SV-Chef Schug nicht lange und stellte Strafanzeige. Außerdem wurde dem ehemaligen Trainer verboten, das Sportlerheim zu betreten, in dem er zuletzt als Zeugwart auch für die Ordnung und Sauberkeit verantwortlich gewesen sei.

Was Polizei und Staatsanwaltschaft inzwischen herausgefunden haben, lässt das ganze Ausmaß der Affäre erahnen. Fünf Straftaten werden dem 73-Jährigen inzwischen zur Last gelegt, berichtete Staatsanwalt Holger Schütt gestern. "In vier Fällen lautet der Vorwurf auf schweren sexuellen Missbrauch von Kindern."

Die Taten lägen im Zeitraum zwischen März 2011 und September 2012. Und: Das Opfer soll immer der gleiche Junge gewesen sein. Gestern nun ist der Ex-Trainer verhaftet worden. Das Amtsgericht hatte einen Haftbefehl wegen Wiederholungsgefahr erlassen, teilte Staatsanwalt Schütt mit. Der Verdächtige habe die Taten allerdings nicht gestanden.

Im Gnoiener Sportverein rumort es derweil weiter. Man hätte sich bereits nach dem ersten Vorfall von dem Mann trennen müssen, heißt es. Zumal es schon "Geschichten zu DDR-Zeiten" gegeben habe. SV-Chef Schug erwiderte, dass der Mann stets alles abgestritten habe. In Gnoien ist die Sorge groß, dass die Vorfälle Auswirkungen auf die Nachwuchsarbeit des Vereins haben könnten, wenn etwa Eltern verunsichert sind.

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