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Premiere Der Reuter-Bühne : In dit Hus späuken „Gaude Geister“

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Aus der Onlineredaktion

Premiere für romantische Komödie von Pam Valentine an der Fritz-Reuter-Bühne

svz.de von
erstellt am 26.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Zwar auf dem großen Aushang am Kulissenhaus nicht angekündigt, gab es dennoch am Dienstagabend eine Premiere der Fritz-Reuter-Bühne im Großen Haus des Mecklenburgischen Staatstheaters: „Gaude Geister“ heißt das Stück. Das Ensemble hatte – wieder einmal – in angelsächsischen Gewässern gefischt und mit dieser romantischen Komödie von Pam Valentine einen guten Fang gemacht. Und den gab es nun in der niederdeutschen Fassung von Hartmut Cyriacks und Peter Nissen auf der Bühne zu erleben.

„Gaude Geister“ also. Das sind der verstorbene Krimi-Autor Jakob Kehlmann (Christoph Reiche) und seine ebenso verstorbene Ehefrau Susi (Kerstin Westphal), die wegen Einreise-Problemen an der Himmelspforte als Gespenster in ihrem alten gemütlichen Landhaus spuken müssen und dies wohl auch ganz spaßig finden.

Die ganze Geschichte zu erzählen würde sowohl den zur Verfügung stehenden Platz sprengen als auch künftigen Besuchern den Spaß am Stück gründlich verderben. Also lassen wir das.

Nur so viel: Die eher harmlosen Scherzchen, wie schief gehängte Bilder, verschwundene Schlüssel, durch den Raum wandernde Vasen oder gar ein sich selbst schmückender Weihnachtsbaum, mit denen Jakob und Susi potentielle Mieter und den hilflosen Immobilienmakler Weber (Andreas Auer) piesacken, machen bald keinen richtigen Spaß mehr.

Ein junges Pärchen (Tina Landgraf und Jens Tramsen) zieht ein, mit ihm eine neue Aufgabe für das Geisterpaar. Und ein prächtiges, heiteres und bisweilen hintersinniges Kuddelmuddel aus Spuk, Geistertreiben und realem Leben nimmt seinen Lauf.

Dialoge, die zu viert geführt werden, in denen streckenweise die einen die anderen weder sehen noch hören, alles aber irgendwie zusammenläuft. Regisseur Elmar Thalmann (der auch für das schöne Bühnenbild und die Kostüme sorgte) steuerte sein Ensemble in stimmigem Tempo durch das nicht besonders wild dahinfließende theatralische Gewässer, behält das Ruder in der Hand, bis sich nach der letzten Stromschnelle das Ganze dem obligaten Komödien-Happyend nähert. Ein Ende ganz im Sinne des notorischen Briefeschreibers Paulus: „Glaube, Hoffnung, Liebe...; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

Die meist spritzigen Dialoge sind ein gefundenes Fressen für Komödianten – und das spielen besonders Christoph Reiche und Kerstin Westphal als geisterhaftes Paar in beeindruckender Weise genussvoll aus.

Tina Landgraf und Jens Tramsen überzeugen in dieser Komödie in ihren Rollen als das junge Paar Felicitas und Simon sowohl in den besinnlichen als auch in den heiteren Szenen. Ein Highlight, wenn Tramsens Simon vor lauter Geister-Einflüsterungen in totale Verwirrtheit gerät.

Elfie Schrodt darf als tüteliger, überforderter Schutzengel auch mal so richtig am komödiantischen Rad drehen, ebenso Andreas Auer, dessen Makler Weber sich aus lauter Furcht vor Gespenstern direktemang in den Suff stürzt, vielleicht noch mehr aus Angst vor Simons böser Schwiegermutter. Gerlind Rosenbusch liefert hier das Musterbild eines solchen Drachens, der wie eine Naturkatastrophe über eine junge Liebe hereinbricht, aber letztlich geschlagen abziehen muss.

Für alle Beteiligten gab es bei der Premiere einigen Szenenapplaus und den berühmten und schon so oft bemühten langanhaltenden Schlussbeifall des Publikums. Dieses erlebte eine leichte, unterhaltsame Komödie, in der es keine langweilige Minute gab. „Und jeder ging zufrieden aus dem Haus“, wie es schon der alte Goethe dichtete.
 
Weitere Vorstellungen: 29.1. um 18 Uhr, 1.2. und 23.2., 19.30 Uhr, 26.2., 18 Uhr, 28.2. und 11.3., 19.30 Uhr im E-Werk des Mecklenburgischen Staatstheaters
 

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