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Hochbetrieb beim Abkalben : In der Rinder-Kinderstube ist was los

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In vielen landwirtschaftlichen Betrieben kommt gegenwärtig der Tier-Nachwuchs zur Welt, auch im Bio-Betrieb Gut Gallin GmbH ist in der Rinder-Kinderstube was los. Das bedeutet für die Mitarbeiter Stress pur.

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erstellt am 05.Jan.2012 | 07:03 Uhr

Gallin | In vielen landwirtschaftlichen Betrieben kommt gegenwärtig der Tier-Nachwuchs zur Welt, auch im Bio-Betrieb Gut Gallin GmbH ist in der Rinder-Kinderstube was los. Das bedeutet für den zuständigen Mitarbeiter Reno Backhaus Stress pur.

Er fährt jetzt das volle Programm, so auch an Weihnachten, Silvester und Neujahr: Er kümmert sich um die trächtigen Kühe und um die geborenen Kälber, zieht den Tieren die Ohrmarken ein - denn jeder Kalb muss registriert werden. Er sorgt dafür, dass die Kleinen das Euter finden und selbstständig beginnen zu saufen, er hilft den Kühen, wenn es Schwierigkeiten bei der Geburt gibt und ruft selten, wenn es notwendig ist, auch den Tierarzt. Von der Mutterkuhherde mit 150 Tieren ziehen die Galliner rund 140 Kälber groß.

Jens Rasim, Geschäftsführer der Gut Gallin GmbH, lobt seinen Mitarbeiter für diese Einsatzbereitschaft.

"Die Mutterkühe kalben in der Winterperiode, meistens von Dezember bis in den März hinein. Wir konzentrieren uns auf die Winter-Abkalbung, damit wir im Frühjahr die Tiere wieder auf die Weide treiben können, wo sie von April bis November/Dezember sind", sagt er und freut sich, dass Reno Backhaus zusammen mit seinen Helfern André Hopfengard und auch mit Hardy Frank alles in den Ställen bestens im Griff hat. Nach den Worten von Rasim erfolgt übrigens die Vermehrung bei Fleischrindern zu 90 Prozent im so genannten Natursprung durch die Deckbullen, die sich jetzt teilweise auch in den Herden der Mutterkühe aufhalten. Grundsätzlich unterscheidet sich die Mutterkuhhaltung im Bio-Betrieb im Vergleich zur konventionellen Haltung darin, dass sich im Laufstall Stroh als Einstreu befinden muss, dass der Tierbesatz im Stall, wie auf der Weide, geringer sein muss, und dass als Nahrung nur eigenes Bio-Futter eingesetzt werden darf.

Im Grünen Schlachthaus auch Auerochsen geschlachtet

Im Grünen Schlachthaus in Gallin verarbeiten die Mitarbeiter Ochsen und Färsen und auch Schweine aus dem eigenen Tierbestand für die Bio-Fleischproduktion zur Herstellung von Bio-Fleisch und rund 50 Wurstprodukten zur Vermarktung im eigenen Haus und bei Vertragspartnern.

Im vergangenen Jahr waren es beispielsweise 90 Rinder und 160 Schweine, die für die eigene Produktion und im Auftrag anderer Bio-Bauern oder Kleinbetriebe in Gallin geschlachtet wurden. Hauptschlachthauskunde ist beispielsweise das Vielanker Brauhaus. Nach den Worten von Jens Rasim geht es dabei um die Schlachtung u.a. von Auerochsen. Und dann liefert das Gut Gallin Rinder und Schweine zu Biopark, die die weitere Verarbeitung übernehmen und auch zu Edeka liefern. Durch die Frühjahrstrockenheit hat das Bio-Unternehmen gegenwärtig zu wenig Stroh als Einstreu vorrätig. "Aufgrund der Witterung ist zu wenig Stroh-Ertrag herangewachsen. Dadurch haben wir in diesem Jahr deutlich weniger Stroh als wir brauchen. Allerdings signalisierten uns bereits Kollegen, dass sie uns mit Stroh aushelfen werden", macht Rasim deutlich. Insgesamt zieht er eine gute Bilanz des vergangenen Jahres. In der Feldwirtschaft wie in der Tierhaltung könne sich das Gesamtergebnis sehen lassen.

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