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In der Prignitz ist das Armutsrisiko besonders hoch

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erstellt am 12.Jan.2012 | 07:26 Uhr

Potsdam | Frankfurt (Oder) und der Landkreis Prignitz sind statistisch gesehen die sozialen Brennpunkte in Brandenburg - dort ist das Armutsrisiko im Vergleich zu anderen Städten und Landkreisen am höchsten. Das geht aus dem gestern in Potsdam veröffentlichten Regionalen Sozialbericht Berlin und Brandenburg 2011 des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg hervor.

In Frankfurt (Oder) lebte 2010 demnach mehr als jeder fünfte unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle. Diese lag in Brandenburg bezogen auf einen Ein-Personen-Haushalt 2010 bei einem monatlichen Einkommen von 777 Euro. Am niedrigsten war das Armutsrisiko in den Landkreisen Potsdam-Mittelmark (6,8 Prozent), Havelland sowie Teltow-Fläming (beide 9,1 Prozent).

Insgesamt ist der Anteil der Armutsgefährdeten an der Bevölkerung Brandenburgs 2010 den Angaben zufolge im Vergleich zu 2005 zwar um 0,7 Prozentpunkte auf 13,6 Prozent zurückgegangen. Langfristig ist die Gefährdung aber gestiegen: 1996 lag die Armutsgefährdungsquote in Brandenburg noch bei 11,7 Prozent.

Als armutsgefährdet gilt laut Amt für Statistik, wer weniger als 60 Prozent des sogenannten mittleren bedarfsgewichteten Pro-Kopf-Einkommens zur Verfügung hat. Bei dieser Berechnung wird die Anzahl der in einem Haushalt lebenden Personen berücksichtigt.

Dieses Einkommen lag in Brandenburg 2010 den Angaben zufolge bei 1295 Euro pro Person. Der Anteil der Bevölkerung mit weniger als 40 Prozent dieses Einkommens, und damit in sogenannter strenger Armut lebend, habe 2010 bei 3,2 Prozent gelegen. Die soziale Lage habe sich nicht erheblich verschärft, sagte der Abteilungsleiter für Regionalstatistik und Analysen, Peter Lohauß.

Ebenso könne aber auch nicht von einer Entspannung die Rede sein. Mit Bezug auf den Rückgang der Erwerbslosigkeit in der Region sagte er: "Die sozialen Probleme sind nicht gelöst worden, wie es zu erwarten gewesen wäre." Besonders gefährdet seien Alleinerziehende, Personen mit niedrigem Bildungsabschluss und Migrationshintergrund.

Für den Sozialbericht wurde ein Prozent der Haushalte in Brandenburg und Berlin befragt. Die Ergebnisse seien auf die Einkommensverhältnisse im jeweiligen Land bezogen, um die regionalen Preisunterschiede berücksichtigen zu können.


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