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Bädertag auf Rügen : In Bäderorten bröckelt der Putz

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verband: Infrastruktur braucht immense Investitionen zum Erhalt / Viele Kommunen überfordert

svz.de von
erstellt am 22.Apr.2014 | 20:52 Uhr

Auf die Kur- und Bäderorte in Mecklenburg-Vorpommern kommen in den nächsten Jahren immense Ausgaben zum Erhalt der Infrastruktur zu. Diese Investitionen würden einige Gemeinden vor große Schwierigkeiten stellen, sagte der Präsident des Landesbäderverbandes und Bürgermeister des Ostseeheilbades Zingst, Andreas Kuhn (CDU), vor dem Bädertag am kommenden Donnerstag und Freitag im Kneippkurort Göhren auf Rügen. Seit 1990 sei eine meist hervorragende Infrastruktur aufgebaut worden. „Dies wurde zu großen Teilen auch großzügig gefördert“, betonte Kuhn. „Nun bröckelt das ein oder andere.“ Es gebe derzeit keine Auflistung, wie hoch die notwendigen Investitionen sein werden. Experten gehen von einem dreistelligen Millionenbetrag aus.

Im Gegensatz zum Aufbau der Infrastruktur können die Kommunen bei Erhalt und Ausbau nicht mit öffentlichen Geldern rechnen. Forderungen nach Doppelförderung werden nicht in Erfüllung gehen, sagte Kuhn. „Diese Rufe verhallen ungehört.“ Für die Finanzierung stünde zum Beispiel die Kurtaxe zur Verfügung, die Gemeinden müssten auch an ihre Rücklagen gehen.

Auf der Suche nach neuen Geldquellen müssen sie allerdings sehr vorsichtig sein. Gäste seien schnell enttäuscht, wenn sie merken, dass ihren finanziellen Leistungen keine spürbaren Verbesserungen folgten.

Im vergangenen Jahr wurden in Mecklenburg-Vorpommern 28,2 Millionen Übernachtungen gezählt. Mehr als 72 Prozent kamen dabei laut Verband auf die 61 Kur- und Erholungsorte sowie die 61 Kur- und Rehabilitationskliniken. Ein großer Teil der Investitionen müsste auch in den Ausbau der Barrierefreiheit fließen, sagte Kuhn. Diese Verbesserungen seien nicht nur für Gäste mit Handicap notwendig, sondern auch für die zunehmende Zahl von Senioren. „Der demografische Wandel ist eine Riesenchance für die Kur- und Bäderorte, die wir nutzen müssen.“ Dafür müsse aber die Infrastruktur so verbessert werden, dass die Gäste künftig alle Ziele problemlos erreichen können.


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