Hobbygenealoge : In andere Welten eintauchen

Zurück zu den Wurzeln: In Schriften und alten Registern, aber auch im Internet, stößt Andreas Parlow auf Daten für seine Familienforschung.
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Zurück zu den Wurzeln: In Schriften und alten Registern, aber auch im Internet, stößt Andreas Parlow auf Daten für seine Familienforschung.

Andreas Parlow beschäftigt sich mit mecklenburgischer Familien- und Personenforschung

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09. April 2015, 12:00 Uhr

Ein alter Wehrpass aus dem zweiten Weltkrieg machte ihn neugierig. Als Andreas Parlow auf den Pass seines Großvaters stieß, tauchten Fragen auf: In welchen Verhältnissen hat der Opa gelebt? Wie kam er zum Wehrdienst? Was ist in seinem Leben noch passiert? „Von der älteren Generation hat ja keiner was erzählt“, sagt Parlow.

Um seine Neugierde zu befriedigen, stellte der gebürtige Rostocker selbst Nachforschungen an. Nach und nach gelang es ihm, das Leben seines Vorfahren zu rekonstruieren. „Das war spannend“, erinnert er sich. „Ein bisschen wie in andere Welten eintauchen.“ Parlow erfuhr durch seine Recherchen viel über den Großvater. So fand er beispielsweise heraus, dass der Opa sich bereits recht früh und freiwillig zum Militärdienst gemeldet hat – vor allem, weil ihm dafür Land versprochen wurde.

Das war für Andreas Parlow der Anfang. Mittlerweile ist Ahnen- und Familienforschung seine Leidenschaft. „Man muss schon ein bisschen verrückt dafür sein“, erzählt er schmunzelnd. Und ein Interesse für Geschichte mitbringen. „Es macht Spaß, wenn man Details herausfindet – meist hat man ja die Knochen, das Fleisch muss man sich erarbeiten“, sagt er. Für seine Forschung stöbert Parlow in alten Kirchenbüchern, Standesamtsregistern und historischen Zeitungen. Auch das Internet sei eine große Hilfe, so Parlow. Hier helfen vor allem Datenbanken von anderen Familienforschern, die wertvolle Informationen liefern.

Mit seinem Hobby ist Andreas Parlow nicht allein. Seit letztem Jahr ist er Vorsitzender des Vereins für mecklenburgische Familien- und Personengeschichte e.V. (MFP). „Gegründet wurde der Verein 1997“, berichtet er. Die rund 200 Mitglieder verbindet das Interesse an der Geschichte von Mecklenburger Familien und Orten.

„Historisch war es so, dass aufgrund der ärmlichen und ländlichen Verhältnisse viele Mecklenburger abwanderten“, erzählt Parlow. Das zeigt sich auch in der Herkunft der Vereinsmitglieder: nur 25 Prozent wohnen in Mecklenburg. Der Rest ist über ganz Deutschland und darüber hinaus verstreut. „Wir haben auch Mitglieder aus Dänemark, Holland oder den USA“, so der Vereinsvorsitzende. Um sich auszutauschen, treffen sich die Hobbygenealogen zweimal im Jahr. „Unsere Frühjahrstagung findet dieses Wochenende in Neustadt-Glewe statt“, so Parlow. Im Herbst tagen sie jedes Jahr im Thünen-Museum in Tellow, dem Sitz des Vereins. Neben dem gemeinsamen Erfahrungsaustausch hat der MFP auch ein weiteres Ziel: „Wir möchten Leute für die mecklenburgische Geschichte sensibilisieren“, sagt der Vorsitzende. Dazu gibt es Kooperationen mit Ortschronisten und Heimatvereinen, wie etwa dem Parchimer Heimatverein.

Ein verstaubtes Hobby ist die Familienforschung jedoch nicht: „Es geht nicht nur darum, in der Vergangenheit zu forschen, sondern auch in die Zukunft zu blicken“, erklärt Andreas Parlow. Denn durch die Rekonstruktion von Familienstammbäumen kann man auch in horizontaler Linie forschen. Und findet plötzlich Verwandte in der ganzen Welt.

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