zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

17. August 2017 | 19:27 Uhr

MV spitze : Impfen soll populärer werden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nationale Lenkungsgruppe in Schwerin gegründet. Mecklenburg-Vorpommern an der Spitze bei Masernschutz

Von Mecklenburg-Vorpommern lernen heißt siegen lernen. Kein Witz – zumindest dann nicht, wenn es um das Impfen geht. Denn wären Kinder überall in Deutschland so gut wie hier vor Masern geschützt, wäre der Sieg über die gefährliche Krankheit nicht mehr fern – und das Ziel der Weltgesundheitsorganisation, die Masern bis 2020 auszurotten, realistischer. Voraussetzung dafür wäre eine mindestens 95-prozentige Durchimpfungsrate. Hierzulande haben mehr als 98 Prozent der Kinder, die eingeschult werden, die erste und knapp 96 Prozent die zweite Schutzimpfung gegen Mumps, Masern und Röteln. Nur Brandenburg kommt ebenfalls über die 95-Prozent-Marke.

Um diese Ergebnisse auf ganz Deutschland zu übertragen, hat sich gestern in Schwerin eine Nationale Lenkungsgruppe Impfen gegründet. Es sei richtig, dass Schutzimpfungen grundsätzlich freiwillige Maßnahmen sind, betonte Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) als Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz. „Für die allermeisten Menschen sind die Argumente pro Schutzimpfungen so offensichtlich, dass Impfen zur Normalität geworden ist.“ Zwei Bundesländer und eine Altersgruppe machten Deutschland jedoch noch zu keinem Ort der Impf-Glückseligen. „Es gilt, den Impfschutz von Jugendlichen und Erwachsenen zu verbessern – und auch bei Kindern wird zwar einigermaßen umfassend, aber häufig zu spät geimpft“, stellte die Ministerin fest. So sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts nur 85,9 Prozent der 15 Monate alten Kinder in MV gegen Masern geimpft, im Bundesdurchschnitt sind es in dieser Altersgruppe 86,6 Prozent.

Hesse verwies auf die Rolle des öffentlichen Gesundheitsdienstes beim Impfschutz der Bevölkerung. Für seine Stärkung will sie auf der nächsten Gesundheitsministerkonferenz werben. Hierzulande werden die Gesundheitsämter beispielsweise eingeschaltet, wenn Eltern trotz Erinnerung mit ihrem Kind nicht zur Vorsorgeuntersuchung gegangen sind. Bei mehreren dieser U-Untersuchungen wird auch geimpft. Je älter Kinder allerdings werden, umso seltener gehen Eltern mit ihnen zur „U“. Und: In den Gesundheitsämtern herrscht Personalnot, so dass viele Aufgaben auf der Strecke bleiben.

zur Startseite

von
erstellt am 24.Mai.2016 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen