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Junges Staatstheaters Parchim : Immer wenn die Glocke schrillt

vom
Aus der Onlineredaktion

Premiere des Jungen Staatstheaters Parchim: „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“

von
erstellt am 07.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Nach getaner Arbeit gönnt man sich bei der Feuerwehr gerne mal einen heißen Kaffee und einen Bissen zu essen. Wenn nur nicht immer die Alarmglocke dazwischen funken würde…

Bei der zweiten Premiere des Jungen Staatstheaters Parchim am Sonntag in der Stadthalle kamen vor allem die jüngsten Theaterbesucher auf ihre Kosten. Denn „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“ ist eine Komödie für Kinder ab vier Jahren und erzählt die Geschichten aus dem gleichnamigen Kinderbuch von Hannes Hüttner. Manche Eltern werden dieses Buch noch aus der eigenen Jugend kennen – es erschien 1969 und entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einem echten Klassiker mit unzähligen Neuauflagen und Hörbüchern. Dabei war Hüttner nur im Zweitberuf Schriftsteller. Zuvor hatte er Journalismus und Medizin studiert. Als er 2014 im Alter von 81 Jahren starb, hinterließ er mehr als 30 Kinderbücher.

Die Handlung von „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“ in der Fassung von Franziska Ritter ist simpel, aber clever. Denn jedes Mal, wenn die fleißigen Feuerwehrmänner Löschmeister Wasserhose (Martin Klingenberg) und Oberwachtmeister Obenauf (Julian Dietz) ihre wohlverdiente Pause beginnen wollen, gibt es Alarm und die Stullen bleiben liegen. Nur der kleine Wachtmeister Meier (Marlene Eiberger) schafft es dennoch jedes Mal, zwischendurch etwas zu verdrücken. Löschmeister Wasserhose staunt Bauklötze, was alles in den Kollegen passt.

Und neben all der täglichen Hektik – die Feuerwehr hat an diesem Tag schon einen Keller ausgepumpt, ein Feuer im Kuhstall gelöscht und einem Pferd wieder auf die Beine geholfen – ist an diesem Tag auch noch Reporterin Hertha Hastig einen Tag auf der Feuerwache zugegen. Um ihren Lesern und Hörern von diesem aufregenden Tag zu berichten. Die herrlich aufgeregte rasende Reporterin wird von Anne Ebel verkörpert. Doch damit nicht genug. Die Schauspielerin schafft es, während des Stückes gleich in vier verschiedene Rollen zu schlüpfen und diese eindrucksvoll auszufüllen. So haucht sie auch Oma Eierschecke, Emil Zahnlücke und Louis Lecker Leben ein. Zudem wurden bekannte Orte aus dem Land in das Stück integriert wie der Hof von Bauer Korl in Golchen oder der Schweriner Zoo.

Die Inszenierung von Thomas Ott-Albrecht ist wunderbar kurzweilig und traf den Nerv der vielen jungen Besucher in der ausverkauften Vorstellung. Sie durften an mancher Stelle sogar beim Stück mitwirken. Dabei störte überhaupt nicht, dass einige Details aus einer anderen Zeit stammen und den Kindern noch erklärt werden müssen. Wer heizt zum Beispiel noch mit Kohle und weiß, was ein Ofenblech ist? Außer Oma Eierschecke...

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