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10 Jahre Nichtraucherschutzgesetz : Immer weniger Raucher

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Seit zehn Jahren geltendes Nichtraucherschutzgesetz hat auch Auswirkungen auf das Konsumverhalten.

svz.de von
erstellt am 11.Jan.2017 | 06:00 Uhr

Keine Lust auf blauen Dunst: In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der Raucher deutlich zurückgegangen. Gaben beim Mikrozensus 2005 noch 41 Prozent der Männer und 27 Prozent der Frauen hierzulande an, dass sie rauchen würden, waren es beim Mikrozensus 2013 nur noch 34,4 Prozent der Männer und 23,1 Prozent der Frauen.

Auch bei Jugendlichen ist der Griff zur Zigarette längst nicht mehr so beliebt wie noch vor Jahren. Laut der jüngsten Drogenaffinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sank der Anteil der rauchenden 12- bis 17-Jährigen von 27,5 Prozent im Jahr 2001 auf 7,8 Prozent im Jahr 2015.

Heute Lesertelefon zum Rauchstopp: Neues Jah, neuer Vorsatz - endlich mit dem Rauchen aufhören. Aber was, wenn die Lust auf die Zigarette zu stark wird? Was, wenn man ohne Kippe nicht wach wird? Was, wenn man ohne die Qualmerei übermäßig zunimmt? Rat wissen die Expertinnen für Rauch-Entwöhnung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Constanze Reinders und Michaela Kothe, bei unserem Lesertelefon: Heute von 14 bis 16 Uhr können Sie Ihre Fragen unter der kostenfreien Nummer 0800-8313131 loswerden.

Experten führen diese Entwicklung unter anderem auf das seit 2007 geltende Nichtraucherschutzgesetz zurück. Seitdem gilt in MV in Schulen, Gerichten und Landes- sowie kommunalen Behörden ein Rauchverbot. In öffentlichen Einrichtungen darf nur noch in dafür ausgewiesenen separaten Räumen geraucht werden. Eine analoge Regelung gilt für Speisegaststätten, in reinen Trinkstuben und ausgewiesenen Rauchergaststätten gibt es hingegen keine Einschränkungen. Diese Differenzierung hätte die Branche vor noch massiveren Umsatzrückgängen und insolvenzbedingt negativen Strukturveränderungen bewahrt, betont Matthias Dettmann, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes im Land. „Das Gesetz hat sich in der gegenwärtigen Form bewährt und bietet sowohl den Unternehmen als auch den Gästen Rechts- und Planungssicherheit.“

Für Rainer Siedelberg, Geschäftsführer der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen, ist das Nichtraucherschutzgesetz ein Erfolgsmodell. „Auch wenn es in erster Linie die Nichtraucher in den Fokus nimmt, hat es doch dazu beigetragen, dass es weniger Möglichkeiten zum Rauchen und damit weniger Raucher gibt“. Auch die Preisentwicklung bei Tabakwaren hat seiner Meinung nach mit dazu beigetragen, dass die Zahl der Raucher zurückgegangen ist.

Dr. Wolfram Grüning, Chefarzt der Klinik für Pneumologie in den Schweriner Helios Kliniken, betont: „Ein Großteil der Herzkreislauferkrankungen und der tödlich endenden Lungenerkrankungen steht direkt mit dem Rauchen in Verbindung.“ Zehn Jahre nach Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes hätten sich aber Patientenzahlen und Krankheitsprofil in seiner Klinik nicht geändert. „Das ist auch noch zu früh“, so Dr. Grüning, der aber in fünf bis zehn Jahren mit Effekten rechnet. Mit dem Rauchen aufzuhören lohne sich übrigens auch finanziell: „Ein durchschnittlicher Raucher verbrennt während seiner Lebenszeit ungefähr den Wert eines halben Einfamilienhauses“, so der Arzt.

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