Statistisches Bundesamt : Immer weniger Abtreibungen in MV

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Schwangerschaftsabbrüche gehen um 20 Prozent zurück. Im Land sind sie im bundesweiten Vergleich aber dennoch häufig

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08. August 2016, 05:00 Uhr

Die Schwangerschaftsabbrüche in Mecklenburg-Vorpommern sind in den vergangenen Jahren um knapp 20 Prozent zurück gegangen. Waren es 2005 noch 3157 Abtreibungen, sank die Zahl im Vorjahr auf 2571. Das geht aus den Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. Im deutschlandweiten Vergleich gibt es in MV nach Berlin und Bremen jedoch nach wie vor die meisten Abbrüche.

649 Abtreibungen kamen demnach auf 100 000 Frauen im Land. Zum Vergleich: In Bayern waren es mit 332 Abbrüchen etwa die Hälfte. In Berlin hingegen entschieden sich im Vorjahr durchschnittlich die meisten Frauen gegen ihre Schwangerschaft. Hier kamen 850 Abtreibungen auf 100 000 Frauen. Dass insgesamt die Zahl der Eingriffe bundesweit seit Jahren leicht zurückgeht, bestätigt auch die Schwangerschaftskonfliktberatung Pro Familie. Das sei vor allem darauf zurückzuführen, dass Sexualaufklärung und Informationen über Verhütungen verbessert wurden, wie eine Sprecherin mitteilt. Vermehrte Abbrüche gebe es vor allem in Ballungszentren mit eher sozialschwachen Strukturen.

Laut der Statistik sind in MV die meisten Frauen (54 %) bei einem Schwangerschaftsabbruch zwischen 25 und 35 Jahren alt. Knapp 70 Prozent (1812) von ihnen sind ledig. Laut einer Sprecherin von Pro Familia könnte eine Ursache für die Häufigkeit der Abtreibungen in Lebensbedingungen liegen. „In dieser Phase müssen die Frauen beruflich sehr viel auf die Reihe kriegen. Schlechte Arbeitsbedingungen oder befristete Verträge können weitere Gründe sein.“

Das bestätigt auch eine aktuelle Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Demnach gaben 20 Prozent der 4000 befragten Frauen zwischen 20 und 44 als Abtreibungs-Grund eine berufliche oder finanzielle Unsicherheit an. Hoch qualifizierte Frauen brachen dabei häufiger eine erste Schwangerschaft ab. Hoch qualifizierte Frauen schüben die Familiengründung aufgrund der längeren Bildungsbeteiligung und beruflicher Ambitionen auf, heißt es in der Studie. Während von den 20 bis 34-jährigen Frauen mit höherem Abschluss nur jede vierte bereits ein Kind hatte, waren es bei Frauen im gleichen Alter mit einem niedrigeren Abschluss zwei Drittel. Die meisten Schwangerschaftsabbrüche (34 %) wurden mit einer schwierigen Partnerschaftssituation begründet. „In diesem Fall waren Schwangerschaften fast sechsmal so häufig ungewollt, wie beim Vorliegen einer stabilen Partnerschaft.“

Laut der Studie war jede fünfte Frau einmal im Leben ungewollt schwanger. Mehr als jede zweite Schwangerschaft wurde ausgetragen.

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