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Lutz Jahoda im Medienhaus Nord : Immer noch mit Witz und Charme

vom
Aus der Onlineredaktion

Warm-Up zum 27. Filmkunstfest heute im Verlagshaus unserer Zeitung mit Stargast Lutz Jahoda und dem Film „Das verhexte Fischerdorf“

Er kam, lächelte charmant wie immer und hatte sein Publikum im Handumdrehen erobert – so wie in all den Jahrzehnten auf dem Bildschirm und den Bühnen, als Lutz Jahoda mit Sendungen wie „Mit Lutz und Liebe“ oder „Der Wunschbriefkasten“ Fernsehliebling der Nation war. Einhelliges Urteil des Publikums heute Abend beim Warm-Up zum 27. Filmkunstfest MV im Verlagshaus unserer Zeitung: „Fast 90 Jahre, unglaublich, der hat sich aber gut gehalten.“

Im Gespräch mit dem stellvertretenden Chefredakteur Max-Stefan Koslik plauderte der beliebte Entertainer u. a. über die Dreharbeiten zum Defa-Film „Das verhexte Dorf“ aus dem Jahr 1962 in Ahrenshoop.

Lutz Jahoda, der in der DDR ein TV-Star war, obwohl man, wie er sagte, „kein Star sein durfte“, erzählte Anekdoten aus seinem langen Künstlerleben und verriet, wie er ins Fernsehen kam – „weil Fred Frohberg krank wurde“.

Nicht nur an seinem nochimmer unverkennbaren Wiener Dialekt wurde gestern einmal mehr deutlich, wie sehr seine Heimatstadt Brünn und der Geist der österreichisch-ungarischen Monarchie und der tschechischen Republik viele der von ihm geschrieben Hits prägten – auch wenn er „Die Blasmusik von Kickritzpotschen“ durch einen Schwejkschen Trick vor der Zensur retten musste.

Heute drehte auch der MDR, in Schwerin, der am 90. Geburtstag von Lutz Jahoda am 18. Juni zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr einen 90-minütigen Film über den Entertainer in der Reihe „Legenden“ ausstrahlen wird.

Bevor der mit viel Lachen aufgenommene Schwarz-Weiß-Film „Das verhexte Fischerdorf“ im Casino des medienhauses:nord vor etwa 200 Gästen gezeigt wurde, informierte der Leiter des Filmkunstfestes MV, Volker Kufahl, über das Programm des diesjährigen Festivals, das vom 2. bis 7. Mai 2017 in der Landeshauptstadt stattfindet.

Neben den Wettbewerben präsentiert das Festival eine Reihe spezieller Reihen, u. a. „Gedreht in MV“, Defa-Raritäten, „NDR Special“, das „Französische Jugendfilmfestival“ oder „Focus Baltic Sea“ mit Filmen von Ostseeanrainern.

Den Ehrenpreis „Goldener Ochse“ nimmt in diesem Jahr die Schauspielerin Iris Berben entgegen, die nach ihren Filmen „Detektive“ (1969) und „Miss Sixty“ (2014) auch zu Publikumsgesprächen im Festivalkino Capitol sein wird.

Gastland ist Dänemark, mit einem breit gefächerten Programm – von historischen Kurzfilmen aus der Pionierzeit des Kinos über eine Asta-Nielsen-Reihe bis zu aktuellen dänischen Filmen.

Der Clou: vier Filme der legendären Olsenbande. Jes Holtsø, der jahrzehntelang Børge, den Sohn von Yvonne und Kjeld spielte, wird bei der Festivaleröffnung mit seiner Band auftreten.

Ein Wiedersehen der besonderen Art gab es am Rande dieses Abend: Andrea Fröher, die vor 56 Jahren im „Verhexten Fischerdorf“ die kleine Ute gespielt hatte, traf Lutz Jahoda wieder, mit dem sie damals im Film sogar gemeinsame Szenen hatte. „Damals habe ich ihn Onkel Teddy genannt“, erzählte die Lehrerin der Schweriner Erich-Weinert-Schule.

Andrea Fröher wohnte damals als 4-Jährige in Babelsberg. Die Filmleute holten sie direkt aus dem Kindergarten, fuhren sie zum Set und setzten sie Lutz Jahoda auf die Knie. „Herrlich“, sagte Jahoda sichtlich gerührt. „Aber erkannt hätte ich sie nicht mehr.“ 

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erstellt am 24.Apr.2017 | 20:45 Uhr

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