Initiative gegen sexuelle Gewalt an Kindern : Immer noch ein Tabuthema

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (r.) und Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
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Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (r.) und Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Auch MV ist bei einer bundesweiten Aktion „Trau dich!“ zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt dabei

svz.de von
24. Juni 2016, 21:00 Uhr

Um Kinder besser vor sexueller Gewalt zu schützen, ist jetzt auch in Mecklenburg-Vorpommern die bundesweite Initiative „Trau dich!“ gestartet. Zentrales Element der Länderkooperation mit dem Bundesfamilienministerium und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) ist ein gleichnamiges Theaterstück, dass gestern in Schwerin Premiere hatte. Das Schauspiel soll Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren dazu ermutigen, Zeichen des Missbrauchs früh zu erkennen und sich an Vertrauenspersonen zu wenden.

„Der Schutz unserer Kinder vor sexueller Gewalt ist eine Aufgabe, der wir uns gemeinsam annehmen müssen“, sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) in Schwerin. Sexueller Kindesmissbrauch sei in der Gesellschaft immer noch ein Tabuthema. „Es ist aber etwas, was sehr häufig vorkommt“, erklärte Schwesig. Jeder einzelne Fall sei einer zu viel. Das interaktive Theaterstück solle ein Baustein für Prävention sein.

Es soll an insgesamt vier Orten im Land achtmal aufgeführt werden und damit 3000 Kinder erreichen. Bundesweit haben das Stück laut BZGA schon rund 28 000 Kinder gesehen. Begleitend gebe es noch Lehrerfortbildungen und Elternabende zu dem Thema.

Nach Angaben des Sozialministeriums wurden im vergangenen Jahr 306 Kindesmissbrauchsfälle in Mecklenburg-Vorpommern gemeldet – knapp zehn Prozent weniger als im Vorjahr. „Ich hoffe, dass wir damit den Schutz unserer Kinder weiter verbessern können“, teilte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) mit, der gemeinsam mit Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) die Schirmherrschaft in MV übernommen hat.

Seit 2012 gibt es die bundesweite Präventionsaktion in Deutschland. Mecklenburg-Vorpommern beteiligte sich nach Schleswig-Holstein, Sachsen, Baden-Württemberg, Hessen, Hamburg und Bayern als siebtes Bundesland an der Kooperation.

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