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Seit 20 Jahren Diabetikerin : „Immer nach vorn gucken“

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ramona Porath ist seit beinahe 20 Jahren Diabetikerin – und muss sich heute auch mit einer ganzen Reihe daraus folgender Erkrankungen herumschlagen

svz.de von
erstellt am 19.Jan.2015 | 20:00 Uhr

Mit Ramona Porath möchte man wahrlich nicht tauschen. Als sie 30 war, wurde bei der Neubrandenburgerin Diabetes vom Typ II festgestellt. Je weiter die Krankheit voranschritt, um so mehr ihrer typischen Folgen zeigte sie: Nervenschädigungen und Durchblutungsstörungen, vor allem im Bereich der Füße und Unterschenkel, stellten sich als erstes ein. Dann versagten die Nieren ihren Dienst, so dass die heute 49-Jährige seither dreimal wöchentlich an die Dialyse muss. Und auch ihr Herz streikte irgendwann, „inzwischen hab ich schon den zweiten Schrittmacher“, erzählt Ramona Porath. „Ich sage mir: Immer nach vorn gucken“, gibt sie sich dennoch optimistisch.

Seit Anfang November wird die Neubrandenburgerin im Klinikum Karlsburg behandelt – zum wievielten Male, kann sie nicht mehr sagen. Auch wenn ihr Sohn sie dort nur einmal pro Woche besuchen kann, hat sie sich ganz bewusst für die Spezialklinik entschieden: „Hier kenne ich mich aus, hier habe ich alle Spezialisten unter einem Dach. Auch die Herzschrittmacher sind mir in Karlsburg eingesetzt worden“, erzählt sie. Bei der Dialyse hat sie diesmal sogar den Nierenspezialisten wiedergetroffen, der sie in den letzten Jahren in ihrer Heimatstadt betreut hat.

Dreimal wöchentlich steht auch hier die Nierenersatztherapie auf ihrem Terminplan. Dazwischen gibt es immer wieder Physiotherapie, aber auch ganz viel Ruhe. „Es dauert einfach seine Zeit, bis ich meinen Fuß wieder belasten darf“, weiß Ramona Porath. Schon bei ihrem letzten Aufenthalt in Karlsburg hat sie die langwierige Prozedur der Behandlung diabetischer Fußbeschwerden mitgemacht. Damals hatte sich an ihrem rechten Fuß ein Entzündungsherd gebildet – so sehr die Ärzte auch darum kämpften, ihn einzudämmen: Zwei Zehen waren nicht zu retten. Erst nach fünf Monaten konnte Ramona Porath wieder nach Hause entlassen werden.

Diesmal kam es sogar noch schlimmer: Wieder bildete sich eine Infektion im Vorfußbereich, so schwer, dass sie sich schon nach drei Tagen bis auf den Knochen heruntergefressen hatte. In der Wunde siedelten multiresistente Keime, die auf keine herkömmlichen Antibiotika ansprachen. Dadurch breitete sich die Entzündung immer noch weiter aus – schließlich hatten die Ärzte keine andere Wahl mehr, als alle Zehen des linken Fußes zu amputieren. „Aber so kann ich wenigstens noch orthopädische Schuhe tragen – keine High Heels, aber die hatte ich nie an“, kann die tapfere Frau noch immer scherzen. Sie hofft, dass sie Ende Januar wieder nach Hause darf. Bis dahin will Ramona Porath, die momentan noch auf den Rollstuhl angewiesen ist, im wahrsten Sinne wieder auf den eigenen Füßen stehen.

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