Natur vs. Wirtschaft : Immer mehr Wölfe in MV

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Vier Rudel haben mindestens 13 Welpen aufgezogen. Vier Attacken auf Nutztiere 2018

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05. März 2018, 20:45 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern jagen immer mehr Wölfe ihre Beute und haben 2018 dabei vermutlich schon viermal Nutztiere gerissen. Das teilte das Schweriner Umweltministerium gestern mit. Bei den Attacken seien zehn Nutztiere, zumeist Schafe getötet worden. 2017 hatte es 28 Angriffe gegeben, bei denen 88 Schafe, Rinder und andere Nutztiere getötet oder schwer verletzt wurden. Das war der bisher höchste Jahreswert für den Nordosten.  

Nach Angaben des Ministeriums wurden zuletzt vier Rudel nachgewiesen, die in der Grenzregion Nordbrandenburg/Südmecklenburg und Vorpommern/Polen unterwegs sind. Bei diesen Rudeln wurden im Vorjahr mindestens 13 Jungwölfe aufgezogen. Wie viele Jungtiere von 2016 noch bei den Rudeln lebten, sei nicht klar. Dazu kämen zwei Wolfspaare am Forstamt Jasnitz (Ludwigslust-Parchim) und im Naturpark Nossentiner-Schwinzer Heide, der auch in die Mecklenburgische Seenplatte hineinreicht.

Außerdem seien Einzelwölfe im Müritz-Nationalpark, bei Schildfeld (Ludwigslust-Parchim),  auf Fischland-Darß sowie in der Region Löcknitz (Vorpommern-Greifswald) beobachtet worden, die dort dauerhaft leben könnten. Dazu kämen weitere Einzelwölfe in Brandenburg und Niedersachsen, die auch durch den Nordosten streiften.

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Am längsten lebe das Kalißer Rudel und ein Rudel in der Ueckermünder Heide im Nordosten, hieß es. Die Wölfe bei Kaliß hatten 2017 vier Junge und ihr Jagdgebiet auch auf die benachbarte Lübtheener Heide und nach Brandenburg ausgedehnt. Wo die Tiere des ehemaligen Lübtheener Rudels geblieben sind, sei weitgehend unklar. Allerdings war eine zweijährige Wölfin des Rudels 2017 unweit von Brüssel entdeckt worden.

Das seit 2014 in der Ueckermünder Heide lebende Wolfsrudel hat 2017 mindestens sechs Welpen großgezogen. Die Raubtiere jagten zu einem Drittel auf polnischer Seite, wie Peilungen ergaben. In der Retzow-Jännersdorfer Heide südlich von Parchim wuchsen mindestens drei Welpen auf. Ein weiteres Rudel streife durch die Kyritz-Ruppiner Heide bei Wittstock und mitunter auch in die südliche Müritzregion.

Die Monitoring-Ergebnisse zeigten, dass die Entwicklung der Raubtierpopulation „einer großen Dynamik unterworfen ist“, hieß es. Deshalb sei ein bundeseinheitliches Wolfsmanagement sehr wichtig, erklärte Agrarminister Till Backhaus (SPD).

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