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Mecklenburg-Vorpommern

17. November 2017 | 20:31 Uhr

Immer mehr Waffen in der Prignitz

vom

svz.de von
erstellt am 24.Mär.2011 | 07:06 Uhr

Prignitz | In Prignitzer Haushalten gibt es immer mehr Waffen. Die Zahl der gemeldeten Pistolen und Gewehre steigt, bestätigt Mathias Ipsen, Leiter der Waffenbehörde. Im vergangenen Jahr waren 5716 Schusswaffen registriert, 2006 waren es noch knapp 450 weniger und 2003 sogar nur 4944 Stück. Auffallend dabei sei, dass die Zahl ihrer Besitzer stagniere: 1500 Prignitzer haben eine Besitzerlaubnis.

Das Aufbewahren der Waffen unterliegt strengen Kriterien, die nach Amokläufen mehrfach verschärft wurden. Seit dem Amoklauf von Winnenden im März 2009 erhielten die Waffenbehörde weitere Befugnisse: Sie ist berechtigt, unangemeldete Kontrollen bei den Waffeninhabern durchzuführen. "2010 haben wir 20 Mal geprüft, ob es einen entsprechenden Waffenschrank gibt und ob die Waffe auch dort gelagert wird", sagt Ipsen. Verstöße habe es keine gegeben.

Im Vergleich zur Zahl der Besitzer sind die Kontrollen verschwindend gering. Ipsen räumt ein, dass derartige Stichproben sehr zeitaufwändig und personell "nicht unproblematisch" sind. Spontane Kontrollen seien auch in diesem Jahr geplant.

Jäger und Sportschützen machen laut Mathias Ipsen den Großteil der Waffeninhaber aus. In der Prignitz - und das sei im Vergleich zu anderen Region ungewöhnlich - gebe es mehr Jäger (879) als Sportschützen (532), die in 16 Vereinen organisiert sind.

Kaum jemand dürfe groß- oder kleinkalibrige Waffen in der Öffentlichkeit tragen. Den dazu erforderlichen Waffenschein genehmigte Ipsen erst sechs mal - im Verhältnis zu den Besitzkarten eine verschwindend geringe Zahl.

Diese Lizenz gebe es nur, wenn eine persönliche Bedrohung vorliegt, die deutlich über das allgemeine Maß hinaus geht, erklärt der Behördenchef. Damit sei kein Nachbarschaftsstreit gemeint, selbst hochrangige Politiker oder Wirtschaftsgrößen hätten im Regelfall keinen Anspruch auf Waffenscheine. Die in der Prignitz ausgestellten seien für Wachschutzunternehmen erteilt worden.

Revierförster und Mitglieder von Schützenvereinen haben eine Waffenbesitzkarte. Sie genehmige den Erwerb und den Besitz einer Schusswaffe, nicht aber das Tragen außerhalb eines bestimmten Rahmens. Für Jäger gilt: Führen dürfen sie das Gewehr nur im Revierbereich und auf dem direkten Weg dorthin, so Ipsen. Auch Polizisten lassen ihre Waffen nach Dienstende in der Regel auf den Wachen. Ausnahmen seien beispielsweise Revierpolizisten, die nicht täglich zur Wache kommen.

Der Fall Winnenden hat aber nicht nur das Waffenrecht verschärft. Ein 17-Jähriger hatte in der Realschule und auf seiner Flucht 15 Menschen und sich selbst getötet. Prignitzer Schulen erhöhten ihre Sicherheitsvorkehrungen.


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