Ankündigung von Till Backhaus : Immer mehr Schäden durch Biber - Verordnung kommt

Trotz höchsten Schutzstatus: Neues Papier soll auch die „Entnahme“ von Einzeltieren regeln.

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23. Mai 2019, 14:09 Uhr

Umwelt- und Agrarminister Till Backhaus (SPD) hat als Reaktion auf wachsende Schäden durch Biber eine Verordnung zum Umgang mit dem streng geschützten Tier in Mecklenburg-Vorpommern angekündigt. Darin solle auch die „Entnahme“ von Einzeltieren und von ganzen Familien geregelt werden, für den Fall, dass diese große Schäden anrichteten. „Wer Artenschutz will, muss auch Möglichkeiten der Bewirtschaftung schaffen“, sagte Backhaus am Donnerstag im Landtag in Schwerin. Die Verordnung solle bis Dezember vorliegen.

Landwirtschaft und Wasserwege in Gefahr

Klare Regelungen seien nötig, da die Schäden an Wasserbauten und in der Landwirtschaft zunähmen. Die Behörden in den Landkreisen schreckten bislang aber meist vor Eingriffen zurück, aus Angst vor Gericht zu landen. Denn der lange Zeit in Deutschland ausgestorbene Biber genieße wie der Wolf höchsten Schutzstatus. Die deutliche Zunahme der Bestände sei ein Erfolg des konsequenten Artenschutzes und Ausdruck einer intakten Natur, betonte Backhaus. Doch sei inzwischen ein guter Erhaltungszustand erreicht, und das Management müsse neu ausgerichtet werden.

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AfD fordert Möglichkeit der Bejagung

Dem AfD-Abgeordneten Jürgen Strohschein gingen die Ankündigungen des Ministers nicht weit genug. Er forderte, es müsse Schutzgebiete für den Biber geben, und in den übrigen Gebieten solle generell eine Bejagung ermöglicht werden.

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Laut Backhaus hatte eine 2015 abgeschlossene Zählung ergeben, dass im Nordosten etwa 2300 Tiere leben. Im Herbst 2019 solle eine neue Bestandserhebung beginnen. In der Landtagsdebatte war davon die Rede, dass die Zahl der Tiere inzwischen auf über 3000 angewachsen ist. Als wichtigste Siedlungsgebiete gelten die Flussniederungen im Landkreis Vorpommern-Rügen und in der Mecklenburgischen Seenplatte sowie die Warnow östlich von Schwerin.

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