Immer mehr Kormorane

Die Kormorane machen den Fischern das Leben schwer. Foto: dpa
Die Kormorane machen den Fischern das Leben schwer. Foto: dpa

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19. Dezember 2008, 08:05 Uhr

Schwerin | Agrarminister Till Backhaus (SPD) hat Erwartungen gedämpft, die bei den Fischern verhassten Kormorane stärker als bisher dezimieren zu können. Die Bestände könnten nur im Rahmen eines europaweiten Kormoran-Managements nachhaltig reguliert werden. Trotz deutlicher Bewegung in dieser Frage auf EU-Ebene gebe es bislang aber noch keinen Konsens dazu, sagte Backhaus im Landtag. Die Diskussion über den unter Schutz stehenden Kormoran bezeichnete der Minister als "eine unendliche Geschichte".

Obwohl die Gesetzeslage in Mecklenburg-Vorpommern seit 2007 teilweise regulierende Eingriffe wie Brutstörung oder Tötung ermögliche, sei die Zahl der Brutpaare im Nordosten in diesem Jahr um weitere 2000 auf 14 500 gewachsen. Die Ausdehnung der so genannten Kormoranverordnung auch auf die Küstenregion sei aber nicht möglich, da eindeutige Aussagen zu den Folgen für die Fischbestände dort bislang nicht vorlägen. Für die Binnengewässer gebe es solche Erhebungen. "Wir wissen, dass Kormorane im Jahr 300 Tonnen Aal aus den Seen holen. Die Fischer fangen 90 bis 100 Tonnen", machte Backhaus die wirtschaftlichen Auswirkungen deutlich.

Die oppositionelle FDP forderte in einem Antrag unter anderem direkte Verhandlungen der Landesregierung mit anderen Ostsee-Anrainern, fand dafür aber keine Mehrheit. Laut FDP führten die ihrer Meinung nach unzureichenden Gegenmaßnahmen dazu, dass sich die Zahl der Kolonien um 2 auf 14 erhöhte und Zuwachs vor allem in Naturschutz- und Küstengebieten zu verzeichnen sei.

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